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Bert Rürup: Mitglied des Sachverständigenrates

"Man darf davon ausgehen, dass wir im Niedriglohnbereich ein beachtliches und mobilisierungsfähiges Beschäftigungspotenzial haben. Exakt beziffern kann dies niemand. Erst recht kann man nicht sagen, zu welcher Zahl von Job-Angeboten das vorgeschlagene Maßnahmenbündel führen wird."

Die genannten zwei Millionen dürften einem Wunschdenken entspringen. Angesichts des Umstandes, dass es kaum belastbare empirische Untersuchungen hinsichtlich der Beschäftigungswirksamkeit von Deregulierungsmaßnahmen gibt und angesichts der Tatsache, dass auch diese Beschäftigungseffekte nicht unabhängig von der Wachstumsfreundlichkeit der makroökonomischen Rahmenbedingungen bzw. der Höhe der Wachstumsrate sind, wäre es bereits ein schöner Erfolg, wenn dieses Paket innerhalb von zwei bis drei Jahren die Arbeitslosigkeit um eine Million sinken ließe.

Wenngleich nicht auszuschließen ist, dass die Ich-AGs und die staatlichen Leiharbeitsagenturen zu gewissen Verdrängungen bei der regulären Beschäftigung führen können, sollten die vorgeschlagenen Maßnahmen als Paket umgesetzt werden. Dies sollte keineswegs für den Vorschlag gelten, dass sich ältere Arbeitslose über 55 Jahre nicht mehr um eine Stelle bemühen müssen und einen unkonditionierten Anspruch auf Arbeitslosengeld bzw. Arbeitslosenhilfe bis zum Erreichen des Frühverrentungsalters von 60 haben. Dieses Modul ist noch fragwürdiger als die verkorkste Idee der Rente mit 60 aus dem Jahr 1999. Es würde einen Anreiz zu der zu beklagenden jugendzentrierten Personalpolitik vieler Unternehmen bilden."

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