Bertelsmann-Buchkonzern will Kartellamt mit neuer Studie überzeugen
Random House kämpft um Übernahme von Ullstein

Der weltgrößte Buchkonzern Random House will mit einer neuen Untersuchung die Bedenken des Bundeskartellamts bei der Übernahme von Ullstein Heyne List zerstreuen. Die Tochter des Medienriesen Bertelsmann reichte gestern bei der Behörde eine Studie des Marktforschungsunternehmens GfK ein. Sie will damit beweisen, dass die Unterscheidung des Buchmarktes zwischen Taschenbuch und Hardcover keinen Sinn macht.

hps DÜSSELDORF. Der Untersuchung zufolge steht beim Buchkauf vor allem Inhalt und Preis im Vordergrund. Die Erscheinungsform als Taschenbuch oder Leinen werde "von der Mehrheit der Buchkäufer als unwichtig oder sehr unwichtig eingestuft", heißt es in der Studie mit knapp 2 000 Befragten, die dem Handelsblatt vorliegt.

Hintergrund der Argumentation ist, dass Random House (C. Bertelsmann, Goldmann, Knaus, Siedler) bei der Übernahme von Ullstein Heyne List auf einen Marktanteil von rund 40 % am deutschen Taschenbuchmarkt käme. Damit überschritte die Verlagsgruppe die zulässige Höchstgrenze von einem Drittel.

Random House hingegen betont, dass die Einteilung der Marktanteile in Taschenbuch und Hardcover nicht der Verbraucher-Wirklichkeit entspreche. Es müsse der gesamte Buchmarkt betrachtet werden. Dabei käme der Branchenriese auf einen Marktanteil von nur 11 % in Deutschland. Diese Berechnung können Konkurrenten allerdings nicht nachvollziehen.

Random House versucht daher, den Kartellwächtern eine Brücke zu bauen. "Wenn man überhaupt eine Unterteilung des Buchmarktes vornehmen möchte, dann nur in Preisgruppen", sagte ein Sprecher. Bei dieser Unterteilung würde Random House im Segment preiswerte Bücher auf kartellrechtlich unbedenkliche 21 % kommen. Das Bundeskartellamt verlängerte nun die Entscheidungsfrist von Anfang auf Mitte Juni. Die Behörde will eingehend prüfen, ob die Unterscheidung des Buchmarktes in Teilmärkte weiter Sinn mache. "Es gibt aber noch keine inhaltliche Entscheidung", sagte eine Sprecherin des Kartellamts.

Die Bertelsmann-Tochter hatte im Februar das Buchgeschäft vom Axel Springer Verlag übernommen. Mit Ullstein erreicht Random House rund 300 Mill. Euro Umsatz. Random House erzielte 2002 weltweit einen Umsatz von 1,995 Mrd. Euro.

Quelle: Handelsblatt

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