Bertelsmann E-Commerce-Group hält an Tauschbörse fest
Technikprobleme von Napster halten an

Die Bertelsmann eCommerce Group (BeCG) zeigt sich weiter optimistisch für die Zukunft der Online-Börse Napster, über die derzeit aus technischen Gründen keine Musikdateien getauscht werden können. Wenn erst ein attraktives Musikangebot als Abo gestartet werde, gebe es auch reichlich Interessenten für den neuen Service, sagte ein BeCG-Sprecher am Mittwoch in Hamburg. Zurzeit läuft bei dem Startup aus Kalifornien gar nichts.

rtr HAMBURG/LOS ANGELES. Die BeCG unterstützt Napster mit einem Millionen-Kredit bei der Umwandlung in einen kostenpflichtigen Service, der noch in diesem Sommer starten soll. Napster muss seit einigen Monaten urheberrechtlich geschützte Titel herausfiltern, was zu einem dramatischen Rückgang der Nutzung geführt hat.

Auch bis Mittwochmittag blieb Napster noch abgeschaltet. Auf der Website erklärte das kalifornische Startup-Unternehmen, der Dienst sei vorübergehend eingestellt, weil die Datenbanken aktualisiert würden. Dies sei nötig für den Einsatz einer neuen Technologie, mit der Musikdateien identifiziert werden sollen. Interessierte sollten die Website aber regelmäßig wieder besuchen, um Neuigkeiten zu erfahren. Ein Napster-Sprecher hatte am Montag gesagt, es müsse ein Problem mit den Datenbanken und der neuen Identifizierungstechnologie behoben werden.

Napster muss urheberrechtlich geschützte Titel aus seinem Angebot herausfiltern, nachdem die großen Musikunternehmen Napster wegen Urheberrechtsverletzung verklagt hatten. Trotz der Klage der eigenen Musiksparte BMG gegen Napster war die E-Commerce-Gruppe des deutschen Medienkonzerns Bertelsmann im Herbst eine strategische Allianz mit Napster eingegangen. Ein genauer Starttermin für den gemeinsam geplanten neuen Service steht Napster und der BeCG zufolge noch nicht fest. In Branchenkreisen wurde aber vermutet, dass die gegenwärtige Aktualisierung der Datenbanken den Start vorbereitet.

Napster ist bei den Nutzern nicht mehr in Mode

Die vor zwei Jahren von einem US-Teenager entwickelte Tauschbörse hat inzwischen mehr als 70 Mill. registrierte Nutzer, die aber in den vergangenen Wochen kaum noch Musikdateien getauscht haben. Dem Marktforschungsunternehmen Webnoize zufolge sank die Zahl der im Schnitt je Nutzer getauschten Dateien bis zur vergangenen Woche auf 1,5. Im Februar waren es noch 220 Dateien.

Immer mehr Napster-Nutzer wechseln unterdessen auch zu ähnlichen Börsen wie WinMX, LimeWire, BearShare oder Audiogalaxy, wo es Musikdateien weiter kostenlos gibt. Mit Aimster wird allerdings eine dieser Websites bereits ebenfalls von den großen Musikunternehmen verklagt. Dieser Klage gegen Aimster schlossen sich auch mehrere Musikverlage und Komponisten an, wie am Dienstag bekannt geowrden war.

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