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Bertelsmann setzt auf kleinere Akquisitionen

Europas größter Medienkonzern Bertelsmann will in den kommenden Jahren auch über kleinere Akquisitionen wachsen. Statt einer großen gehe es dabei um mehrere kleinere Übernahmen im Wert von 200 bis 300 Mill. Euro, sagte Vorstandschef Gunter Thielen dem "Wall Street Journal Europe" (Freitagausgabe). Im Mittelpunkt stünden dabei vor allem der Fernseh- und der Magazin-Markt. Die Übernahmen wolle Bertelsmann aber aus eigener Kraft stemmen. "Auf Pump werden wir nicht kaufen."

dpa-afx FRANKFURT. Europas größter Medienkonzern Bertelsmann will in den kommenden Jahren auch über kleinere Akquisitionen wachsen. Statt einer großen gehe es dabei um mehrere kleinere Übernahmen im Wert von 200 bis 300 Mill. Euro, sagte Vorstandschef Gunter Thielen dem "Wall Street Journal Europe" (Freitagausgabe). Im Mittelpunkt stünden dabei vor allem der Fernseh- und der Magazin-Markt. Die Übernahmen wolle Bertelsmann aber aus eigener Kraft stemmen. "Auf Pump werden wir nicht kaufen."

Raubkopien und Downloads IM Internet Nach WIE VOR Problematisch

Der Musikmarkt habe sich mit der Fusion von Sony und BMG zum zweitgrößten Musikkonzern der Welt weitgehend stabilisiert, sagte Thielen. Die jetzt vier großen Konzerne Universal , Sony BMG, EMI und Warner Music könnten gut überleben. Ein Problem seien aber weiterhin Raubkopien von Musik-CDs und Downloads im Internet. Gegenwärtig würden neue Techniken getestet, um den Zugriff vom heimischen PC aus zu unterbinden. Diese seien in etwa ein bis zwei Jahren einsatzbereit.

Die Plattenverkäufe seien wegen dieser Trends in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen, sagte Thielen. "Früher brauchten sie für Platin eine Million verkaufte Platten, heute sind es 200 000." Die Musikkonzerne müssten darauf mit einem breiteren Musikangebot reagieren und statt einiger Superstars mehr Künstler mit etwas geringeren Verkaufszahlen unter Vertrag nehmen.

Künstler Sollen Mehr Abgeben

Um die Verluste aus Raubkopien und illegalen Downloads auszugleichen, werde Bertelsmann künftig auch auf eine stärkere Beteiligung an den Einnahmen der Künstler drängen, kündigte Thielen an. "Wir entwickeln die Stars und produzieren ihre Platten, die dann im Internet heruntergeladen werden. Sind sie aber erst einmal bekannt, gehen sie auf Tournee und verdienen viel Geld. Wir sehen nichts davon."

In neuen Verträgen mit Künstlern soll deshalb eine Beteiligung der Musikkonzerne an den Einnahmen aus Merchandising, Konzerten und Filmen vereinbart werden. Dies sei im Augenblick nur eine Idee, sagte Thielen. In den nächsten fünf bis acht Jahren gehe die Entwicklung aber in diese Richtung.

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