Bertelsmann will kein Betreiber eines Telekommunikationsnetzes werden
Bertelsmann will Produkte über UMTS-Netz verkaufen

Der Medienkonzern Bertelsmann verhandelt eigenen Angaben zufolge mit künftigen Betreibern von UMTS-Mobilfunknetzen, um seine Produkte auch über Handys verkaufen zu können. Bertelsmann erwäge, als "eine Art virtueller Netzbetreiber" von diesen Unternehmen UMTS-Kapazitäten zu kaufen, sagte der Sprecher der Bertelsmann E Group, -Commerce Alexander Adler, am Dienstag.

REUTERS HAMBURG. Diese Kapazitäten könnten genutzt werden, um darüber Bertelsmann-Produkte direkt zu verkaufen. Der neue Mobilfunkstandard UMTS soll eine deutlich schnellere Datenübertragung ermöglichen als bisher.

Die Lizenzen für die UMTS-Netze, die in Deutschland 2002 starten sollen, wurden im Sommer an mehrere Unternehmen versteigert. Diese Unternehmen hätten damit zwar die Plattformen und Kanäle, aber keine Inhalte, sagte Gerd Koslowski, Sprecher der Bertelsmann Direct Group, zu der die BeCG gehört. Diese Inhalte biete Bertelsmann. Die Frage sei jetzt, welche Angebote über das UMTS-Netz möglich seien. Bertelsmann wolle aber keineswegs selbst Betreiber eines klassischen Telekommunikationsnetzes werden.

Bertelsmann hatte bereits angekündigt, seine digitalisierten Produkte wie Musikstücke und später auch Bücher und Filme verstärkt über das Internet und bei Umsetzung entsprechender Technologien auch über das Handy verkaufen zu wollen. Im Musikgeschäft strebt Bertelsmann zudem eine neue Vertriebsform über die Online-Börse Napster an, auf der komprimierte Musikdateien getauscht werden. Beide Vorhaben werden von der neu geschaffenen Bertelsmann Direct Group verfolgt, in der der Konzern seine direkten Kundengeschäfte gebündelt hat. BeCG-Chef Andreas Schmidt sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Gespräche führe Bertelsmann mit allen Inhabern von UMTS-Lizenzen in Deutschland mit Ausnahme von Mannesmann-Vodafone, die über eine Kooperation mit dem französischen Konzern Vivendi eigene Inhalte über das Handy verkaufen wollten.

Wie die "FAZ" unter Berufung auf Branchenkreise weiter berichtet, favorisiert Bertelsmann die Deutsche Telekom als Partner für das UMTS-Geschäft. Die Telekom könne auch Angebote in den USA machen, wenn sie wie geplant das dortige Unternehmen VoiceStream Wireless übernehme. Eine Entscheidung von Bertelsmann für einen UMTS-Betreiber sei Anfang kommenden Jahres zu erwarten. BeCG-Sprecher Adler machte keine Angaben zu den Gesprächspartnern. Bei der Telekom war am Dienstag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

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