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Beru-Gewinn bricht im 2. Geschäftsquartal ein - Verluste bei Eyquem

Der Autozulieferer Beru hat wegen Verlusten seiner französischen Zündkerzen-Tochter und der schwachen Sparte Reifendruckkontrolle im zweiten Quartal 2004/2 005 einen Gewinneinbruch erlitten.

dpa-afx LUDWIGSBURG. Der Autozulieferer Beru hat wegen Verlusten seiner französischen Zündkerzen-Tochter und der schwachen Sparte Reifendruckkontrolle im zweiten Quartal 2004/2 005 einen Gewinneinbruch erlitten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging binnen Jahresfrist um rund 28 Prozent von 14,3 auf 10,4 Mill. Euro zurück, teilte die im MDax notierte Beru AG am Donnerstag mit. Die Aktie reagierte auf die Zahlen zunächst nicht und lag am Morgen unverändert bei 68,80 Euro.

Der Überschuss schrumpfte im Ende September auslaufenden zweiten Fiskalquartal von 9,4 auf 6,4 Mill. Euro, der Gewinn je Aktie (EPS) von 0,94 auf 0,64 Euro. Der Umsatz kletterte unterdessen von 85 auf 94,3 Mill. Euro. Beru wird vom US-Konkurrenten Borgwarner demnächst vollständig übernommen. Das Branchenumfeld sehen die Ludwigsburger weiterhin schwierig: Die Autokonjunktur habe weltweit an Dynamik verloren, besonders in Deutschland sei der Markt äußerst angespannt.

Sonderkosten

Vorstandschef Marco von Maltzan will vor allem die Ertragskraft der in Frankreich übernommenen Eyquem stärken. Die Tochter habe im zweiten Quartal einen Prozentpunkt der Ebit-Marge gekostet. Auch die Sparte elektronische Reifendruckkontrolle entwickelte sich schwächer als erwartet und schrieb rote Zahlen. Sonderkosten von 4,2 Mill. Euro fielen für Vorstandswechsel und Beratungsleistungen wegen der Borgwarner-Transaktion an.

Maltzan hält dennoch an seinem Jahresziel fest: "Beru geht davon aus, das bisherige Jahresziel, das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen - dazu zählt der einmalige Aufwand für die Veränderungen im Vorstand und für die angefallenen Beratungsleistungen in Zusammenhang mit dem angekündigten Übernahmeangebot der Borgwarner Gruppe - analog zum Umsatzwachstum von mindestens 13 Prozent voranzubringen, zu erreichen." Inklusive Sondereinflüssen sieht er im Gesamtjahr 2004/05 (Ende März) ein operatives Ergebnis von 59 Mill. Euro.

Halbjahresumsatz Steigt

Im ersten Geschäftshalbjahr kletterte der Beru-Umsatz um 16,5 Prozent auf 179,8 (154,4) Mill. Euro. Im Kerngeschäft Dieselkaltstart legte der Erlös um 14,6 Prozent auf 80,3 Mill. Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg vor einmaligen Aufwendungen um zehn Prozent auf 26,4 (24,0) Mill. Euro. Inklusive der Sonderfaktoren lag das Ebit aber bei 22,2 Mill. Euro. Die Ebit-Marge fiel damit im ersten Geschäftshalbjahr von 15,5 auf 14,7 Prozent.

Das um einmalige Effekte bereinigte Ergebnis je Aktie erhöhte sich auf 1,67 (1,58) Euro. Der Überschuss erreichte bereinigt 14,1 Mill. Euro (unbereinigt 16,7 Mill. Euro). Das Vorsteuerergebnis stieg unbereinigt um 10,7 Prozent auf 28,0 Mill. Euro, inklusive Sonderposten lag es bei 23,8 Mill. Euro.

Der US-Autozulieferer Borgwarner bietet den Beru-Aktionären 67,50 Euro je Aktie in bar. Das Unternehmen will Beru als eigenständigen Bereich in der Gruppe weiterführen. Borgwarner hatte sich zuvor mit den Großaktionären Carlyle und der Familie Birkel über den Kauf von etwa 63 Prozent der Anteile geeinigt. Dieses Paket kostet insgesamt 372 Mill. Euro. Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Borgwarner will sich die 63 Prozent an Beru im Januar 2005 einverleiben.

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