Beruf: Modemanager - Zentraleinkäufer
Den Kunden ans Leder

Die Modebranche braucht nicht nur kreative Köpfe, sondern auch besonnene Manager: Zentraleinkäufer sorgen dafür, dass in allen Filialen ihres Handelshauses genau die Kleidungsstücke hängen, die in dieser Saison angesagt sind. Und zwar in ausreichender Stückzahl, zum richtigem Preis und zum richtigem Zeitpunkt.

"Es gibt in meiner Branche Cracks, die schnuppern am Leder und sagen: Die Ziege kommt vom x-ten Breitengrad und hat nur Gras gefressen". So einer ist Christoph Rabe nicht - zumindest noch nicht. Der 28-Jährige arbeitet seit einem Jahr als Zentraleinkäufer für Herren-Lederwaren bei der Düsseldorfer Handelskette Peek & Cloppenburg.

Wer dabei an einen drögen Bürojob denkt, der täuscht sich. "Ich reise sehr viel.", sagt Rabe und meint damit nicht nur die wöchentlichen Besuche in je einer der 70 deutschen P&C-Filialen. Bevor Rabe für eine neue Modesaison einkauft, bereist er die wichtigsten europäischen Modeländer Italien und Frankreich. Dort informiert er sich über Trends. Auch den wichtigen deutschen Ledermarkt nimmt er vor. In dieser Planungsphase sitzt Rabe fast immer auf gepackten Koffern. Denn auch die Vorabgespräche mit den Lieferanten der Lederwaren werden meist in deren Heimatländern geführt - in Indien, China oder Hongkong. Dort begutachtet der Ledereinkäufer die neuesten Musterteile. Für die Kommunikation seien exzellente Englisch-Kenntnisse unabdingbar, findet Rabe. Ein paar Höflichkeitsfloskeln hat er allerdings auch auf Chinesisch, Japanisch und Koreanisch parat: "Es ist wichtig, dass man den guten Willen erkennt."

Auf gepackten Koffern

Viel von Land und Leuten sieht er allerdings nicht: "Die Zeit ist meist knapp bemessen. Für touristische Erlebnisse bleibt da nichts. Ich sehe das Land meist aus der Perspektive des Taxis, mit dem ich vom Flughafen zum Hotel und vom Hotel zum Produzenten fahre."

Den Rest seiner Zeit verbringt der Diplom-Kaufmann keineswegs einsam zwischen Zahlenkolonnen und Aktenbergen. Zusammen mit seinem vierköpfigen Team plant er für jede der 70 Peek & Cloppenburg-Filialen, wie viele Nappaleder-Jacken, wie viele lange Modelle und in welcher Stückzahl Blousons benötigt werden. Dabei zählt auch das modische Gespür: "80 Prozent meiner Entscheidungen kann ich an Zahlen festmachen. Die anderen 20 Prozent muss ich aus dem Bauch heraus entscheiden."

Nähte, Innenfutter, Knöpfe: Top oder Flop

Als Zentraleinkäufer trägt Rabe die Verantwortung für das Sortiment der nächsten Saison. Aber zuvor ist Teamwork angesagt. Eine Woche lang lassen sich Rabe und Abteilungsleiter wechselnder Filialen die Musterkollektionen der verschiedenen Lederfabrikanten zeigen. Dann stellt der Zentraleinkäufer das Sortiment für die nächste Saison zusammen, und wieder helfen die Abteilungsleiter. Das zieht sich über mehrere Wochen hin: Neue Musterteile werden bestellt, verändert, zurückgeschickt. Und der Zentraleinkäufer ist immer dabei - ob es um das Jackenfutter geht, die Kalkulation oder die Stückzahlen.

Für Rabe macht es die Faszination des Berufs aus, dass er spätestens nach einem halben Jahr sieht, ob er seinen Job gut gemacht hat. "Wir basteln hier teilweise eineinhalb Monate an einer Jacke rum, verändern Nähte, Innenfutter, Knöpfe. Und sechs Monate später im Laden können Sie dann sehen: Ist sie ein Renner oder ein Flop?"

Ein Zentraleinkäufer darf nie die Bodenhaftung, nie das Gespür für seine Kunden verlieren. Daher ist Rabe - wie alle Zentraleinkäufer bei Peek- und Cloppenburg - verpflichtet zweimal im Monat Samstags - im Düsseldorfer Stammhaus - im Verkauf den Kontakt zum Kunden zu pflegen.

Darin kennt sich Rabe bestens aus. Schließlich jobbte er während seines Studiums im Düsseldorfer Herren-Bekleidungsgeschäft Anson's, bis er bei Peek & Cloppenburg als Junior Trainee einstieg. Parallel zum BWL-Studium durchlief er verschiedene P & C-Abteilungen. Mitte 1999 stieg er nach seinem Abschluss in der Frankfurter Filiale als Abteilungsleiter/Einkäufer für Herrenanzüge ein - ein schneller Aufstieg. Mit seinem Beruf als Modemanager ist er "total zufrieden".

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