Berufung auf Verhandlungskreise
Die Commerzbank steht angeblich vor dem Verkauf

Um die Frankfurter Commerzbank AG gibt es erneut Verkaufsgerüchte. Wie das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, führt die viertgrößte deutsche Geschäftsbank schon seit Wochen Gespräche über eine vollständige oder teilweise Übernahme mit diversen Instituten aus Deutschland, Europa und Übersee. Das Magazin beruft sich dabei auf Informationen aus Verhandlungskreisen.

ddp HAMBURG. Commerzbank-Sprecher Ulrich Ramm bestätigte dem Bericht zufolge - ohne konkret zum Verhandlungsgegenstand zitiert zu werden - Gespräche mit der Unicredito Italiano SpA, Genua, der britischen Großbank HSBC Holdings plc, der niederländischen ABN Amro Holding, der spanischen Banco Santander Central Hispano SA (BSCH) sowie anderen Instituten. Ziel der Gespräche ist dem "Spiegel" zufolge ein Zusammenschluss mit einem dieser Häuser. Selbst eine Übernahme wolle Vorstandsvorsitzender Klaus-Peter Müller nicht mehr ausschließen. "Einiges spricht dafür, dass jetzt alles ganz schnell geht", zitiert das Magazin einen in die Verhandlungen involvierten Banker.

Dabei sei die Fülle der genannten Namen jedoch nur ein Ablenkungsmanöver. Ernsthafte Bewerber für Deutschlands viertgrößte Bank gebe es nur drei: Unicredito, die Deutsche Bank sowie ein US-Institut, das vorläufig "im Verborgenen" agiere. Hinter den Gesprächen steht dem Bericht zufolge die Investorengruppe Cobra, die 9,98 % an der Commerzbank hält und den Wert ihrer Beteiligung erhöhen will. Beim neuen Vorstandsvorsitzenden Müller finde die Gruppe anders als bei dessen Vorgänger Martin Kohlhaussen Gehör. Geführt würden die Verhandlungen von dem für internationale Banken zuständigen Vorstandsmitglied Axel Freiherr von Ruedorffer.

Die Commerzbank, die über ein kompliziertes Beteiligungsgeflecht mit zahlreichen europäischen Instituten verbandelt ist und mit dem italienischen Versicherungsriesen Generali eng zusammenarbeitet, gilt seit langem als Übernahmekandidat. Erst Anfang August sorgte Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Rolf E. Breuer mit der Aussage für Aufregung, er schließe keine Form der Zusammenarbeit mit der Commerzbank aus. Vor gut einem Jahr waren Fusionsverhandlungen zwischen der Commerzbank und der mittlerweile von der Allianz übernommenen Dresdner Bank gescheitert.

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