Berufungsgericht entscheidet, Pinochet gehöre vor ein Gericht
Pinochet muss sich vor Gericht verantworten

Reuters SANTIAGO. Der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet muss sich nach dem Spruch eines Berufungsgerichtes vor Gericht verantworten. Die Kammer befand am Donnerstag mit zwei zu eins Stimmen, nichts spreche dagegen, dass der 85-Jährige wegen Menschenrechtsverletzungen nach seinem Putsch im Jahre 1973 vor Gericht gestellt werde. Das Berufungsgericht veränderte allerdings die Anklage. Pinochet müsse sich nicht für Entführungen und Tötungen, sondern nur wegen Vertuschung dieser Verbrechen vor Gericht verantworten.

Gegen den Spruch sind erneut Rechtsmittel vor dem Obersten Gerichtshof zulässig. Pinochets Anwälte wollen ein Verfahren verhindern. Sie sind der Auffassung, dass der 85-Jährige wegen Alters-Demenz gar nicht mehr prozessfähig sei.

Richter Juan Guzmman, der sich seit Jahren mit der Aufarbeitung der Diktatur Pinochets befasst und zahlreichen Klagen von Angehörigen verschwundener oder getöteter Chilenen nachgeht, hatte Pinochet im Januar angeklagt. Er soll gleich zu Beginn seiner Regierung Jagd auf linke Politiker und Gewerkschafter gemacht und mindestens 75 Menschen durch eine Sondertruppe getötet haben. Diese "Todes-Karawane" genannte Truppe hatte in den Tagen nach dem Militärputsch vom 11. September 1973 per Hubschrauber Anhänger des getöteten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende verfolgt, gehetzt und verschwinden lassen. Pinochet gab bei einer früheren Vernehmung Guzmans an, von dem Tun der örtlichen Militärs nichts gewusst zu haben.

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