Berufungsurteil:
Freispruch für Musiktauschbörse

Ein niederländisches Berufungsgericht hat ein Urteil gegen die Musiktauschbörse KaZaA wegen Verstößen gegen das Urheberrecht wieder aufgehoben. Für solche Rechtsverletzungen seien allein die Nutzer verantwortlich, nicht der Hersteller der dabei verwendeten Software-Plattform, entschied das Amsterdamer Gericht nach einem Bericht in der Online-Ausgabe der Zeitung "De Telegraaf".

Wiwo/ap AMSTERDAM. "Das Programm von KaZaA ist nicht exklusiv zu dem Zweck entwickelt worden, urheberrechtlich geschützte Werke herunterzuladen", hieß es in der Begründung des Gerichts. In der Vorinstanz war KaZaA im November vergangenen Jahres noch verurteilt worden, alle Anwender zu blockieren, die geschützte Musiktitel tauschen wollen.

Die niederländische Firma KaZaA ist inzwischen an das australische Unternehmen Sharman Networks verkauft worden. Die niederländische Rechtsprechung hat damit keine praktischen Folgen mehr für den Betrieb des Datentauschnetzes, das im Unterschied zu Napster ohne einen zentralen Server funktioniert. Vielmehr fungieren im P2P-Netz (Peer to Peer) alle angeschlossenen Computer gleichzeitig als Server, die Dateien bereithalten, wie als Clients, die Dateien herunterladen.

Der "KaZaA Media Desktop" ist nicht nur für Audiodateien, sondern auch für den Austausch von Texten, Bildern und Videos entwickelt worden. Zu nahezu jeder Tages- und Nachtzeit sind meist mehr als eine Million Nutzer angeschlossen, die Daten im Gesamtumfang von mehreren Terabytes bereit halten.

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