"Beruhigungspille"
Volkswirte begrüßen elfte Zinssenkung der Fed

Volkswirte haben die Entscheidung der US-Notenbank Fed vom Dienstag begrüßt, die Leitzinsen zum elften Mal in Folge zu senken. Die Fed nahm den Satz für Tagesgeld um 0,25 Prozentpunkte auf 1,75 Prozent zurück. Das ist das niedrigste Niveau seit den späten 80er Jahren.

dpa-afx FRANKFURT. Die US-Notenbank teilte zudem mit, es gebe erste Anzeichen dafür, dass die Wirtschaftsschwäche allmählich zurückgehe. Allerdings sei es noch zu früh, um sichere Schlussfolgerungen zu ziehen. Die Wirtschaft bleibe schwach, schrieb der Offenmarktausschuss der Notenbank.

Befragte Volkswirte begrüßten die Entscheidung der Fed. Im laufenden Jahr sei schon oft genug an der Zinsschraube gedreht worden. Der Markt habe die jüngste Zinssenkung erwartet und bereits eingepreist. "Was Greenspan nun getan hat, ist mehr ein Sicherheitsschritt denn zwingende Notwendigkeit", sagte Karsten Junius von der DGZ DekaBank in Franfurt. Die Fed wolle den Verbrauchern und Marktteilnehmern "die letzten Zweifel nehmen", dass es "im nächsten Jahr wieder aufwärts" gehe.

Auch Volkswirt Bastian Hepperle von der WestLB in Düsseldorf sprach im Zusammenhang mit dem jüngsten Zinsschritt von einer "Beruhigungspille" für die US-Märkte. Obwohl noch weitere schlechte Konjunkturzahlen "ins Haus" stünden, werde die US-Wirtschaft im nächsten Jahr, spätestens aber in der zweiten Jahreshälfte, wieder kräftig anlaufen. Junius stimmte dem zu. Angesichts der elf massiven Zinssenkungen im Jahr 2001 müsse "die Wirtschaft einfach reagieren".

Gunter Eckner von der Baden Bank-Württembergischen sagte, auf dem Weg zu einer nachhaltigen Konjunkturerholung in den USA müssten noch "viele negative Faktoren" überwunden werden. Die hohe Verschuldung der US-Haushalte und Unternehmen sowie die Bonitäts-Verschlechterung vieler Konzerne könnten "noch viel Sand ins Getriebe streuen", bis die Investitionen in den USA wieder anliefen und die Wirtschaft sich erhole.

Dementsprechend begrüßte Eckner die Zinssenkung als "beruhigendes Signal", um den genannten Gefahren, aber auch einer Eintrübung der Stimmung, entgegenzuwirken. Zusammen mit den fiskalpolitischen Maßnahmen nach den Terroranschlägen und den Auswirkungen der Steuerreform sollten die Zinssenkungen ab dem zweiten Halbjahr 2002 "ihre Schwungkraft entfalten".

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