Beschäftigung auf Telekom-Markt gesunken: Jobmaschine Telekommunikation stottert

Beschäftigung auf Telekom-Markt gesunken
Jobmaschine Telekommunikation stottert

Erstmals seit der Liberalisierung des Marktes vor fünf Jahren ist die Beschäftigung in der Wachstumsbranche Telekommunikation 2002 gesunken. Die Zahl der Arbeitsplätze habe sich um 5 % auf 230 100 verringert, sagte der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Matthias Kurth, am Mittwoch bei der Vorlage des Jahresberichts in Bonn.

HB/dpa BONN. Dagegen entwickelten sich die Umsatzerlöse, das Verkehrsvolumen sowie das Kundenwachstum im Mobilfunk und im Internet nach wie vor dynamisch.

Den Abbau von gut 10 000 Arbeitsplätzen führte der oberste Aufseher über den deutschen Telekom-Marktes vor allem auf das Ausscheiden von Unternehmen zurück. So hatte der Mobilfunkanbieter Quam im vergangenen Jahr seine Aktivitäten in Deutschland eingestellt, andere haben abgespeckt. Die Zahlen seien angesichts der wirtschaftlichen Lage in anderen Branchen keineswegs dramatisch. "Dass es eine Marktbereinigung geben würde, war allen klar", betonte Kurth.

Nach seinen Angaben kletterten die Umsätze des gesamten Telekommunikationsmarkts um 3 % auf 61 Mrd. Euro. Daran hielt das Festnetz einen Anteil von 36 % und der Mobilfunk von 33 %. Neue Marktimpulse für 2003 verspricht sich Kurth vor allem von neuen innovativen Diensten im Zuge des UMTS-Starts.

Ein anhaltend zweistelliges Wachstum verzeichnete 2002 der beliebte Kurznachrichtendienst SMS. Die Zahl der verschickten Meldungen habe sich auf 23,6 Mrd. fast verdoppelt. Ein ähnliche Erfolgsgeschichte könnte auch der Nachfolger MMS schreiben, mit dem nicht nur Texte, sondern auch Fotos und bewegte Bilder übertragen werden können. Die vier Mobilfunkbetreiber bieten diesen Dienst erst seit wenigen Monaten an.

Trotz zunehmender Sättigungserscheinungen befindet sich die Mobilfunkbranche weiter auf Wachstumskurs. Die Zahl der Kunden stieg um knapp 3 Mill. auf 59,2 Mill.. Damit besaßen im vergangenen Jahr im Durchschnitt 7 von 10 Bundesbürgern ein Handy. Die Regulierungsbehörde habe in dem Bereich zusätzlich für mehr Wettbewerb gesorgt, indem die Mitnahme der Rufnummern von einem Anbieter zu einem anderen möglich geworden sei, unterstrich Kurth.

Auch im Ortsnetz gibt es nach seinen Aussagen inzwischen mehr Wettbewerb. So hätten Telekom-Konkurrenten ihren Bestand an Telefonkanälen auf 2,35 Mill. erhöht und einen Marktanteil von 4,4 % erreicht. Auch wenn die Deutsche Telekom diesen Bereich noch dominiere, fielen bei regionaler Betrachtung die Marktanteile sehr unterschiedlich aus: So kämen die Wettbewerber in Hamburg auf 12, in Köln auf 21 und in Oldenburg sogar auf 23 %.

Durch die freie Betreiberauswahl im Ortsnetz, die im April/Mai möglich werden soll, erhofft sich die Regulierungsbehörde weitere Wettbewerbsimpulse und fallende Preise. Im inländischen Fernverkehr verringerten sich die Telefontarife seit Marktöffnung 1998 drastisch: Je nach Verkehrszeit zahle der Verbraucher heute nur noch rund 7 % des Betrages zu Monopolzeiten.

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