Beschäftigung sinkt auf Tiefststand
Elektroindustrie ohne Saft

Die deutsche Elektroindustrie sieht auch in diesem Jahr keine Impulse und drückt die Beschäftigung unter das Niveau von 1960. Bis Ende 2003 soll der Personalstand bei 817 000 Menschen liegen - 25 000 Arbeitsplätze weniger als 2002.

HB/dpa FRANKFURT. Dies kündigte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) am Dienstag in Frankfurt an. "Mehr als die rote Null wird bei der Umsatzentwicklung in unserer Branche nicht drin sein", sagte ZVEI-Hauptgeschäftsführer Gotthard Graß.

In den ersten vier Monaten seien die Umsätze mit 49,7 Mrd. ? nach ersten Berechnungen um ein Prozent hinter dem bereits schwachen Vorjahreszeitraum zurückgeblieben. "Der Auftragseingang lag 0,9 % über dem niedrigen Niveau von 2002", ergänzte Graß. Erste Erholungstendenzen zum Jahresbeginn seien durch einen starken Einbruch bei den Bestellungen im April zunichte gemacht worden. "Ein selbsttragender oder gar ein vom Außenhandel unabhängiger Aufschwung ist nicht in Sicht", prognostizierte der ZVEI-Hauptgeschäftsführer.

Die Streiks in den neuen Bundesländern würden zudem massive Spuren hinterlassen, deren Auswirkungen erst Ende Juli erkennbar würden. Konkrete Zahlen, welche Bremsspuren durch die Auseinandersetzung um die Einführung der 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metallindustrie bereits in der Elektrobranche zu spüren seien, nannte Graß allerdings nicht.

Im Inland erwirtschaften die Anbieter von Energie- oder Kommunikationstechnik sowie Fahrzeugelektronik, Elektro-Hausgeräten und Unterhaltungselektronik fast 60 % des Umsatzes. Das Deutschlandgeschäft lief in den ersten vier Monaten zwei Prozent schlechter. Im Ausland gab es dagegen in diesem Zeitraum stabile Erlöse. Die Ausfuhren lagen im 1. Vierteljahr sogar drei Prozent höher. "Allerdings legten die Elektro- Einfuhren im 1. Quartal um mehr als acht Prozent zu - dies gefährdet den Marktanteil der deutschen Anbieter."

Dem starken Druck auf die Verkaufspreise wegen der andauernden Konsumflaute könne die Branche derzeit nur mit Sparmaßnahmen begegnen. Daher werden nach Schätzungen des ZVEI bis Jahresende 25 000 Jobs wegfallen. Bereits 2002 waren 35 000 Arbeitsplätze den Kostenprogrammen zum Opfer gefallen. Ende April arbeiteten noch 832 000 Arbeiter und Angestellte für die Elektroindustrie. Durch eine statistische Neuberechnung sei diese Zahl sogar noch um 10 000 Personen besser ausgefallen, berichtete Graß.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%