Beschäftigungsimpulse lassen auf sich warten
Wachstumsprognose leicht angehoben

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr etwas angehoben, bewertet die Aussichten für 2002 aber weiter verhalten.

ddp BERLIN. Der BDI hält nunmehr eine Steigerung zwischen 0,7 und 0,9 Prozent für erreichbar. Allerdings sei dies nur unter äußerst günstigen Bedingungen im zweiten Halbjahr realistisch, heißt es in einem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Konjunktur-Report. Anfang des Jahres hatte der BDI noch mit einem Wirtschaftswachstum von kaum mehr als 0,5 Prozent gerechnet.

Den Konjunkturoptimismus von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD), hinter der für 2002 eine Prognose von 1,2 Prozent stünde, könne er aber nicht teilen, betonte BDI-Chef Michael Rogowski. In diesem Jahr seien von der Industrie noch keine Wachstumsimpulse zu erwarten. Vielmehr müsse in diesem Bereich insgesamt mit einem Produktionsminus von mindestens zwei Prozent gerechnet werden. Nur bei der Chemie sehe es besser aus, wo ein Wachstum von etwa zwei Prozent möglich sei. Bei der Informations- und Kommunikationsbranche könne es vielleicht noch "ein leichtes Plus" geben.

Die übrigen Sparten rangierten mit ihren Erwartungen für 2002 alle im negativen Bereich, betonte der BDI-Chef. Die Automobilsparte erwarte ein Minus von sechs Prozent, gefolgt von der Bau- und der Elektroindustrie mit jeweils minus drei Prozent. Bei den Maschinenbauern sei zu befürchten, dass die Prognose von minus zwei Prozent noch weiter nach unten korrigiert werden müsse.

Die Talsohle beim Weltwirtschaftswachstum sei aber offenbar durchschritten, und es zeichne sich ein "allmählicher Erholungskurs" ab, führte Rogowski weiter aus. Die Wachstumsdynamik in Deutschland sei aber "noch schwach". Er erwarte daher "bis weit in das nächste Jahr hinein keine nennenswerten positiven Beschäftigungsimpulse aus der Konjunktur".

Der Ausblick der Industrie für 2003 ist nach Ansicht Rogowskis "relativ optimistisch". So rechne die Automobilbranche und die chemische Industrie mit Zuwächsen von drei Prozent, die Elektroindustrie von sieben Prozent. "Wenn das alles eintritt, könnte in der Summe ein Produktionswachstum in der Größenordnung von zweieinhalb bis drei Prozent herauskommen", sagte der BDI-Chef. Gesamtwirtschaftlich erwartet Rogowski für das kommende Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von zwei Prozent.

Laut BDI-Report heißt es, die Konjunkturentwicklung könne in den kommenden Monaten durch den Lager-Zyklus begünstigt werden. Erste Anzeichen für eine Aufstockung der Lager seien zu erkennen. Die positiven Effekte der Euro-Aufwertung könnten 2002 dem privaten Konsum ebenso Rückenwind geben wie die allmähliche Beendigung der Kaufzurückhaltung der Verbraucher.

Zu den Hauptrisiken der konjunkturellen Entwicklung gehören nach Auffassung des Verbandes neben der Euro-Aufwertung und der anhaltenden internationalen Börsenschwäche vor allem die weiterhin angespannte geopolitische Situation, die ausufernde Finanz- und Wirtschaftkrise in Lateinamerika und die andauernden transatlantischen Handelskonflikte.

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