Beschäftigungsrückgang geringer als erwartet: US-Arbeitslosenquote steigt auf 5,8 Prozent

Beschäftigungsrückgang geringer als erwartet
US-Arbeitslosenquote steigt auf 5,8 Prozent

Die Arbeitslosenquote in den USA ist im Dezember wie erwartet weiter angestiegen, der Beschäftigungsrückgang fiel aber geringer aus als in den beiden Vormonaten.

rtr WASHINGTON. Die Quote kletterte nach Angaben des Arbeitsministeriums von Freitag auf 5,8 % von 5,6 % im November. Der Einzelhandel in den USA habe angesichts der Konjunkturschwäche auch im Weihnachtsgeschäft kaum zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Der Stellenabbau verlangsamte sich aber etwas, was Analysten überwiegend als Signal für den Beginn einer konjunkturellen Trendwende deuteten. Auch der überraschende Anstieg des ISM-Service-Indexes zeige, dass es mit der US-Wirtschaft wieder aufwärts gehe. Dennoch erwarten viele Experten, dass die Fed Ende Januar erneut mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte die Wirtschaft unterstützen wird.

Wie das US-Arbeitsministerium weiter mitteilte, sank die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft saisonbereinigt um 124 000, nachdem sie im November um 371 000 und im Oktober in Reaktion auf die Anschläge in den USA um 448 000 gesunken war. Volkswirte hatten für Dezember im Schnitt mit einer Erwerbslosenquote von 5,8 % bei einem Stellenrückgang um 139 000 gerechnet. Die Daten lösten an den Finanzmärkten keine spürbare Reaktion aus.

Nach Einschätzung von Analysten sind die Daten ein weiterer Indikator dafür, dass die US-Wirtschaft die Talsohle wohl erreicht hat. "Dies waren wahrscheinlich die besten (Arbeitsmarkt-) Zahlen, die wir seit der Krise in Folge des 11. September gesehen haben", sagte Delos Smith vom Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board. "Bevor die Unternehmen wieder Mitarbeiter einstellen, müssen aber erst die Wunden heilen."

Positive Signale für die weitere Konjunkturentwicklung lieferte auch der Anstieg des vom Institute of Supply Management (ISM) ermittelten US-Service-Indexes. "Ich bin zuversichtlich, dass der Index höchstwahrscheinlich den Anfang einer breiten Trendwende signalisiert", sagte ISM-Konjunkturexperte Ralph Kauffman am Freitag nach Bekanntgabe des Indikators. Der Service-Index stieg im Dezember auf 54,2 von 51,3 Punkten und liegt damit den zweiten Monat in Folge über der Marke von 50 Zählern, was ein Wachstum im US-Dienstleistungssektor anzeigt.

Nach den Daten sehen Analysten durchaus noch Möglichkeiten für zumindest eine weitere Leitzinssenkung der US-Notenbank (Fed). "Ich denke es ist noch Raum für eine Zinssenkung, wenn die Fed sicher gehen will, dass die Wirtschaft eher früher als später wieder anspringt", sagte Gary Thayer, Volkswirt bei A.G. Edward & Sons. Er halte einen Zinsschritt um 25 Basispunkte für möglich. Die Währungshüter kommen am 29./30. Januar zu ihrem nächsten Treffen zusammen, um über die Geldpolitik zu beraten.

Die Fed hatte im Jahr 2001 den Schlüsselzins in den USA bereits elf Mal um insgesamt 475 Basispunkte auf nun 1,75 % gesenkt, um die US-Konjunktur anzukurbeln. Die USA befinden sich nach Einschätzung der meisten Experten seit Frühjahr 2001 in einer Rezession. Die US-Wirtschaft war im dritten Quartal 2001 auf das Jahr hochgerechnet um 1,3 % zum Vorquartal geschrumpft. Für das letzte Vierteljahr rechnen Analysten ebenfalls mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%