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Beschlagnahme von Yukos-Förderbetrieb auf

(dpa-AFX) Moskau - Nach Monaten der Niederlagen hat der russische Ölkonzern Yukos < Yusa.MUN > im Streit mit den Behörden um Steuernachforderungen erstmals einen wichtigen Sieg vor Gericht errungen. Ein Moskauer Schiedsgericht erklärte die Beschlagnahme des wichtigsten Yukos-Förderbetriebs, Juganskneftegas, durch Gerichtsvollzieher für gesetzeswidrig. Der Schritt vom 14. Juli müsse sofort rückgängig gemacht werden, entschied der Richter am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax.

(dpa-AFX) Moskau - Nach Monaten der Niederlagen hat der russische Ölkonzern Yukos < Yusa.MUN > im Streit mit den Behörden um Steuernachforderungen erstmals einen wichtigen Sieg vor Gericht errungen. Ein Moskauer Schiedsgericht erklärte die Beschlagnahme des wichtigsten Yukos-Förderbetriebs, Juganskneftegas, durch Gerichtsvollzieher für gesetzeswidrig. Der Schritt vom 14. Juli müsse sofort rückgängig gemacht werden, entschied der Richter am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax.

Zur Bedienung der Steuerschuld in Höhe von umgerechnet 2,8 Milliarden Euro sei ein Zwangsverkauf des Förderbetriebs nicht vorrangig. Zuvor müssten andere Möglichkeiten der Rückzahlung ausgeschöpft werden. Der Yukos-Konzern hatte in der Vergangenheit unter anderem angeboten, seinen Anteil am russischen Ölkonzern Sibneft zu verkaufen. Die Behörden waren darauf nicht eingegangen. Gegen das Urteil des Moskauer Schiedsgerichts vom Freitag kann Berufung eingelegt werden.

Die Ankündigung der Gerichtsvollzieher, Juganskneftegas aus dem Yukos-Konzern herauszuschlagen und zu veräußern, hatte international für Empörung gesorgt. Juganskneftegas verfügt über 70 Prozent der Yukos-Reserven und fördert 60 Prozent des Öls. Der Betrieb ist nach Analystenschätzung derzeit mehr als 13 Milliarden Euro wert. Der nach Förderzahlen 2003 größte russische Ölkonzern Yukos wäre mit einem Verkauf seines wichtigsten Förderbetriebs praktisch zerschlagen.

In Russland galt es bislang als sicher, dass der Kreml den Prozess gegen den Yukos-Konzern steuert. Nach Ansicht von Experten will der Staat die Yukos-Vermögenswerte umverteilen, um wieder die Kontrolle über die Erdöl-Ressourcen zu erlangen. "Ginge es dem Staat nur um die Steuern, hätte man eine Umschuldung der Steuernachforderungen zu einem sehr interessanten Zinssatz oder aber den Verkauf der Sibneft-Anteile genehmigt", schrieben Analysten der Investmentgesellschaft Troika Dialog in einem am Donnerstag veröffentlichten Branchenüberblick.

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