Beschluss des Athener Oberlandesgericht
Versteigerung deutschen Besitzes in Griechenland vorerst abgewendet

Die drohende Versteigerung zweier deutscher Gebäude in Griechenland ist zunächst abgewendet. Das Athener Oberlandesgericht beschloss am Freitag, Pfändung und Versteigerung des deutschen Besitzes müssten von Justizminister Michalis Stathopoulos genehmigt werden.

dpa ATHEN. Dieser hatte sich aber zuvor geweigert, der Versteigerung des Goethe Instituts und des Deutschen Archäologischen Instituts von Athen zuzustimmen. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte der dpa: "Wir haben bereits die deutsche Seite über diesen Beschluss des griechischen Gerichtes informiert."

Der griechische Justizminister hatte sich gegen die Versteigerung ausgesprochen, weil dies die deutsch-griechischen Beziehungen belasten könnte. Hinterbliebene eines SS-Massakers an 217 Einwohner des mittelgriechischen Dorfes Distomon im Jahre 1944 wollten am 19. September die beiden Gebäude versteigern. Von dem Erlös wollten sie entschädigt werden. Ein Gerichtsbeschlusses aus dem Jahr 1997 verpflichtet Deutschland wegen des Massakers zur Zahlung von umgerechnet 58 Mill. DM Entschädigung.

Der Vertreter der Hinterbliebenen, der 71-jährige ehemalige Europaparlamentarier Ioannis Stamoulis, kritisierte die Entscheidung und sagte: "Wir werden Revision vor dem höchsten griechischen Gerichtshof, den Areopag, beantragen." Experten gehen davon aus, dass das juristische Tauziehen rund um die Entschädigungsansprüche der Hinterbliebenen der Opfer von Distomon möglicherweise noch mehrere Monate oder gar Jahre dauern kann.

Auch aus einem anderen Grund ist es ein kompliziertes juristisches Verfahren. Deutschland beruft sich auf die Staatenimmunität. Danach können nur Staaten gegen Staaten klagen und nicht Bürger gegen fremde Staaten.

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