Beschwerden seit Jahresbeginn
Ullrich: "Tour-Absage heißt nicht Karriereende"

Der Termin der ersten öffentlichen Erklärungen von Jan Ullrich nach seiner Tour-Absage kam offensichtlich selbst für die Telekom-Pressestelle sehr überraschend. In einem kurzfristig anberaumten Pressegespräch in Umkirch bei Freiburg bedauerte der Toursieger von 1997 am Mittwoch seine zweite Absage nach 1999.

dpa,sid UMKIRCH/BERLIN. Die PR-Abteilung seines Arbeitgebers hatte auf Nachfrage von dem Termin nichts mitgeteilt. "Die erneute Tour-Absage hat mich tief getroffen und tut mir unheimlich leid, aber es hatte keinen Zweck. Vor einer Woche kam der Schmerz im Training wieder. Ich fahre nicht zur Tour, um dort 30. zu werden. Ich bin überzeugt, ich komme wieder - Meine Karriere ist nicht zu Ende", sagte der 28-jährige Olympiasieger im gutbürgerlichen Landgasthof "Pfauen" vor einigen Kamera-Teams und Rundfunk-Reportern. Ullrich wurde nur von seinem Manager Wolfgang Strohband und Teamsprecher Luc Eisenga begleitet.

Ullrich, der im Wagen zu dem Termin chauffiert wurde und kein Wort über seine folgenschwere nächtliche Irrfahrt in Freiburg in der Nacht zum 1. Mai verlor, erschien in Jeans und T-Shirt. Während des 15-Minuten-Gesprächs wirkte er sehr nervös. "Ich lege jetzt eine vermutlich vierwöchige Ruhepause ein. Die Gesundheit hat mich ausgebremst. Es kann sein, dass ich im September die Spanien- Rundfahrt fahren werde. Alles hängt aber von meiner Genesung ab", sagte Ullich, der über viele Fan-Briefe und E- Mails berichtete: "Viele Fans sind enttäuscht. Es tut mir auch leid für sie".

Die Tour sei jetzt "natürlich langweiliger", sagte Ullrich, gegen den ein Ermittlungsverfahren wegen Fahrerflucht und Fahrens unter Alkoholeinfluss läuft. Wie er selbst die am 6. Juli in Luxemburg beginnende Frankreich-Rundfahrt verfolgen wird, wisse er noch nicht. Schon vor einer Woche habe er gespürt, dass es mit der Tour "wohl nichts mehr werden" würde, weil seine Knie-Beschwerden zurückgekommen waren. Die Überlastungs-Probleme im rechten Knie plagen den Zeitfahr- Doppel-Weltmeister aus Merdingen seit Jahresbeginn. Nach einer vierwöchigen Pause im März war er zuletzt drei Wochen im Aufbau- Training ohne Probleme gewesen. Dann kehrten die Schmerzen zurück.

Enttäuscht hatte zuvor der dreimalige Tour-de-France-Gewinner Lance Armstrong (USA) Ullrichs Absage bei der Frankreich-Rundfahrt zur Kenntnis genommen. "Es ist sehr schade, dass er nicht dabei ist. Er ist mein schärfster Rivale, und ich freue mich immer auf die Rennen gegen ihn", teilte der 30-Jährige auf seiner Homepage (www.lancearmstrong.com) mit. Armstrong bezeichnete das Fehlen seines deutschen Rivalen als herben Verlust: "Das Rennen braucht Fahrer, die es beleben, und in Ullrich fehlt einer der besten."

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