Besinnung sich auf die sportlichen Ursprünge
Mazda 6 lässt biederen Vorgänger vergessen

Unter westlicher Führung finden die japanischen Automobilhersteller langsam, aber sicher zu alter Stärke zurück. Vor allem in Europa wollen sie Kunden zurück erobern.

ROM. Nissan hat mit dem neuen Primera bereits ein Zeichen gesetzt. Kooperationspartner Renault gab bei diesem Auto Hilfestellung. Nun setzt auch der Ford-Verbündete Mazda dazu an, seine Modellpalette speziell für europäische Käufer radikal zu erneuern. Ford hält knapp 34 % der Mazda-Anteile.

"Autos werden in Deutschland längst nicht mehr allein gekauft, weil sie zuverlässig und gut verarbeitet sind", lautet die Analyse von Mazda-Deutschland-Geschäftsführer Klaus Tarlatt. Erfolgsfaktoren wie sportives oder markantes Design sowie die gesamte Anmutung eines Fahrzeugs rücken nun auch in japanischen Entwicklungsabteilungen auf der Werteskala weit nach oben. "Wir haben immer wieder darauf gedrängt, europäisches Styling, nicht zuletzt auch bei der Innenraumgestaltung, in die Fahrzeuge einfließen zu lassen", verweist der englische Designchef des Mazda-Studios in Oberursel im Taunus, Peter Birdwhistle, nicht ohne Stolz auf den neuen Mazda 6. Das Auto soll gleichzeitig den Aufbruch der Marke in eine neue Ära verkörpern.

Das ist zu einem großen Teil ganz gut gelungen. Die äußere Form ist wohl proportioniert, wenngleich die Karosserieüberhänge etwas üppig geraten sind. Klarglas-Leuchten vorn wie hinten vermitteln High- Tech-Charakter. Mit neuem Design steht der Mittelklassewagen erheblich satter auf der Straße als sein biederer Vorgänger.

"Wir wollen zurück zu unseren Wurzeln, und die sind eindeutig sportlich", erläutert Klaus Tarlatt. Fahraktive Sportwagen wie der RX-7 und MX-5 haben das Mazda-Image geprägt. Irritationen in der Modellpolitik - der Versuch mit der Zweitmarke Xedos ins Premiumgeschäft einzusteigen, war ein Flop - sowie eine unklare Markenpositionierung ließen den japanischen Autohersteller ins Mittelmaß abrutschen.

Der Mazda 6 hat folglich mit seinem Vorgänger nichts mehr gemein. Das gesamte Konzept ist auf Sportlichkeit ausgerichtet. Der geduckte Wagenkörper, die breite Spur und die dynamischen Flanken, unter denen sich ein flottes Fahrwerk verbirgt, stehen dafür. Zwei von drei Varianten führen den Eintrag "Sport" in ihrer Modellbezeichnung. Außer dem Mazda 6 (auf Stufenheck-Basis) finden sich der Mazda 6 Sport (Fließheck) und der Mazda Sport Kombi im Programm. Sollte die Philosophie aufgehen und die Repositionierung gelingen, dürfte vor allem der Sportkombi den höchsten Verkaufsanteil erzielen. Sucht er doch von seiner äußeren Anmutung die Nachbarschaft zu Trendautos wie Audi A4 Avant und BMW 3er-Touring.

Antriebsseitig kann der Mazda 6 mit den Bestsellern der Mittelklasse zwar noch nicht mithalten. Aber die drei zur Verfügung stehenden Vierzylinder-Benziner (120 bis 166 PS) hinterlassen einen ansprechenden bis spritzigen Eindruck, wobei vor allem die stärkste Version (215 km/h Spitze), bedingt auch durch eine kürzere Getriebeübersetzung, dynamische Qualitäten in den Vordergrund rückt. Diese Motorversion animiert durch schnelles Erreichen der Drehzahlgrenze zum Schalten. Außerdem sind bis zur Markteinführung im Juni zwei Common- Rail-Diesel mit 120 und 136 PS orderbar.

Sechs Airbags unterstützen die Sicherheit

Der auch unter passiven Sicherheitsaspekten bestens gerüstete Mazda 6 (sechs Airbags) verfügt außer seinem cockpitartigen Innenraum mit griffsympathischen Oberflächen und einer Mittelkonsole in Alu-Optik auch über praktische Vorzüge. Dazu zählen ein 500 Liter großer Kofferraum mit niedriger Ladekante und die innovative Falttechnik der Rücksitzbank - nach dem Betätigen eines Hebels klappen das Sitzkissen und die Lehne selbsttätig nach unten.

Ungeachtet all seiner Qualitäten wird sich der Mazda 6 natürlich in erster Linie nur über niedrige Preise verkaufen lassen. Das Auto schleppt einfach noch zu sehr die Altlasten der Marke mit sich herum. Um in die Phalanx eines Ford Mondeo oder Opel Vectra eindringen zu können (immerhin sind in einem vollen Jahr 30 000 Verkäufe in Deutschland geplant), wurde der Einstiegspreis mit 19 700 Euro verbraucherfreundlich gesetzt. Die Topversion liegt bei 25 610 Euro.

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