Besonders langfristige Perspektive ist reizvoll für Investments
ACS: Auf dem Weg zur Nummer eins

Am spanischen Aktienmarkt bleiben Bau- und Immobilienwerte das bestimmende Thema. Nach Argentinienkrise und Schmiergeldskandalen hat diese Aktiengruppe die Rolle als sicheren Hafen in Madrid von den Bank- und Versorgerwerten übernommen.

DÜSSELDORF. Sämtliche in den vergangenen Ausgaben der WirtschaftsWoche vorgestellten Titel liegen auf Kurs. So etwa die Aktie von Spaniens zweitgrößter Bau- und Dienstleistungsgruppe Dragados - mit 20 Prozent Plus (WirtschaftsWoche 11/2002).

Auslöser für die überraschend schnelle Kursavance: ACS, die Nummer vier im spanischen Bausektor, kaufte sich mit 23,5 Prozent beim Konkurrenten Dragados ein. Das Paket kam von der Großbank BSCH. Sie erhält 900 Millionen Euro in bar. Umgelegt auf die einzelne Dragados-Aktie sind dies 22,20 Euro. Damit bezahlte ACS einen Aufschlag von 58,7 Prozent gegenüber dem Kurs vor der Ankündigung. Zu viel? Nur auf den ersten Blick.

Das Timing für den Einstieg war exzellent gewählt. So nutze ACS die relative Kursschwäche von Dragados nach der Übernahme der holländischen HBG. Unterstellt man - wie die Analysten von Merrill Lynch - für Dragados ohne HBG einen fairen Wert von 17 Euro pro Aktie, relativiert sich die Prämie auf nur noch 25 Prozent. Ferner nutzte ACS den Performancedruck, der auf den spanischen Großbanken lastet. Da deren operatives Geschäft vor allem nach dem Argentiniendebakel empfindliche Einbrüche zu verzeichnen hat, wollen sie die Schwäche mit Anteilsverkäufen ausgleichen. Diese Zwangslage dürfte noch einige Paketverschiebungen gerade im Bau- und Immobiliensektor nach sich ziehen.

Der Reiz eines Investments in ACS liegt jetzt vor allem in der langfristigen Perspektive. Denn die vollständige Intergration mit Dragados gilt in Madrid bereits als beschlossene Sache. Damit wäre die größte europäische Bau- und Baudienstleistungsgruppe geformt - mit elf Milliarden Euro Umsatz, 525 Millionen Euro Nettogewinn und einer Marktkapitalisierung von etwa 6,5 Milliarden Euro. Mögliches Einsparpotenzial: 70 Millionen Euro jährlich.

Quelle: Wirtschaftswoche

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