Besonders schwere Schuld
Zweifacher Frauenmörder erhält lebenslänglich

Wegen zweifachen Frauenmordes hat das Landgericht Münster am Donnerstag einen 33-jährigen Sexualverbrecher zu lebenslanger Haft verurteilt.

dpa MÜNSTER. Der Maschinenschlosser aus Freudenberg im Siegerland hatte 1998 die 22- jährige Musikstudentin Christina Becker bei Münster und im Jahre 2001 die 24-jährige Anwaltsgehilfin Maria Beuting bei Borken sexuell missbraucht und getötet. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft stellte die Kammer die besondere Schwere der Schuld fest. Damit kann der Verurteilte nach 15 Jahren nicht vorzeitig aus der Haft entlassen werden. In der Urteilsbegründung hieß es, der Angeklagte sei für die beiden Straftaten voll verantwortlich.

Nach den Ergebnissen der Beweisaufnahme war der Handwerker im Januar 1998 auf der Suche nach Sex mit seinem Auto kreuz und quer durch Münster gefahren. Gegen 2.00 Uhr morgens hatte er die aus Essen stammende Christina Becker entdeckt. Er riss die junge Frau vom Fahrrad, fesselte und knebelte sie mit Klebeband. Danach verging er sich in der Nähe einer Bundesstraße auf dem Rücksitz seines Wagens an der Studentin. Anschließend erdrosselte er sie, weil sie ihn während der Tat angesehen hatte und er befürchtete, von ihr identifiziert zu werden. Die Leiche versteckte er in einem Gebüsch.

Anfang August 2001 fuhr der verheiratete Mann erneut auf der Suche nach einem Opfer durch das Münsterland. Schließlich überfiel er Maria Beuting in der Nähe ihres Elternhauses in Vreden-Lünten. Sie hatte ihren Freund auf Inline-Skates ein Stück begleitet und kehrte allein über einen Feldweg zurück. Als sie sich gegen den plötzlichen Angriff heftig wehrte, drückte ihr der Täter die Kehle zu, bis er sie für tot hielt. Dann lud er die leblose Frau in sein Auto und verging sich in einem Waldstück bei Borken an ihr. Der genaue Todeszeitpunkt wurde nie festgestellt, weil die stark verweste Leiche erst drei Wochen später von einem Jäger gefunden wurde.

Erst am 8. November 2001 war der einschlägig vorbestrafte Mann festgenommen worden. Zuvor waren in einer spektakulären Aktion von über 10 000 Männern Speichelproben genommen worden, um sie mit dem genetischen Fingerabdruck des Täters vergleichen zu können. In seinen vorprozessualen Vernehmungen gestand der Beschuldigte die beiden Taten und bezeichnete sich selbst als Monster. Während des Prozesses selbst schwieg der Angeklagte. Erst in seinem Schlusswort gab er wieder eine Erklärung ab und verlangte, mit voller Härte bestraft zu werden. Vielleicht, sagte er, werde er in der Haft seinen eigenen Henker spielen können.

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