Besorgnis über die Neugewichtung des Dow-Jones-Indizes
Münchener Rück hebt Umsatzprognose für 2000 an

In den kommenden Jahren soll der Ertrag jährlich um mindestens zehn Prozent gesteigert werden.

vwd MÜNCHEN. Die Münchener Rückversicherungs AG, -Gesellschaft München, hat ihre Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. So strebt das Unternehmen statt der bislang prognostizierten drei bis vier Prozent nun ein Plus von sechs Prozent an, teilte der Vorstandsvorsitzende Hans-Jürgen Schinzler am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München mit. Grund für die optimistischere Einschätzung sei neben der für das Unternehmen positiven Entwicklung der Wechselkurse auch die Übernahme des Rückversicherungs-Portefeuilles der Alten Leipziger Rück.

Darüber hinaus werde weiterhin mit einem Ergebnisanstieg von über zehn Prozent auf mehr als 1,2 (1,1) Mrd Euro gerechnet. In den kommenden Jahren soll der Ertrag jährlich um mindestens zehn Prozent gesteigert werden, bekräftigte die Münchener Rück. Schinzler räumte zudem ein, dass der Kurs der Münchener Rück-Aktie in den vergangenen zwei Wochen unter der Diskussion über eine Neugewichtung der Aktien in den Dow-Jones-Stoxx-Indizes gelitten habe. Gespräche des Unternehmens mit der Geschäftsleitung des Stoxx hätten jedoch ergeben, dass eine endgültige Entscheidung über einen Verbleib der Münchener Rück im Stoxx-50 noch nicht gefallen seien.



Münchener Rück verbleibt auf jeden Fall im Euro-Stoxx-50

Ziel des Unternehmens bei den Gesprächen sei es, dass der geplante Anteilsverkauf der Allianz von knapp fünf Prozent bis Ende 2003 bereits zum Free float gerechnet werden. Auch wenn die Gewichtung künftig nur noch von der Höhe des Streubesitzes abhängen wird, werde die Münchener Rück nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden in jedem Fall weiter im Euro-Stoxx-50 vertreten sein, wenn auch mit einer geringeren Gewichtung.

Er begrüßte zudem die Zustimmung des Bundesrates zur Steuerreform. Für die Neuordnung des Beteiligungsbesitzes seien die steuerlichen Rahmenbedingungen enorm wichtig. Die Frage von Aktionären, welche Beteiligungsverkäufe die Münchener Rück vor dem Hintergrund der geplanten Steuerfreiheit in den kommenden Jahren planen würde, ließ Schinzler weitgehend offen. Derzeit sei es noch zu früh, sich darüber zu äußern. Innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren könne viel passieren.



Auswirkungen einer möglichen Fusion zwischen Dresdner und Commerszbank

Zu den Auswirkungen einer möglichen Fusion zwischen Dresdner Bank und Commerzbank wollte sich der Vorstandsvorsitzende der Münchener Rück ebenfalls nicht konkret äußern. Zunächst müsse man warten, zu welchen Ergebnissen die beiden Kreditinstiute kommen. Der Rückversicherungskonzern bleibe aber mit der Allianz im Gespräch, ob die bisherige Vertriebskooperation der beiden Unternehmen bei der HypoVereinsbank und der Dresdner Bank neu strukturiert werden müsse. Falls es bei den Beteiligungsverhältnissen zu Veränderungen kommen werde, stehe die Frage auf der Tagesordnung.



Geplantes Umsatzwachstum von 7 % für dieses Jahr

Der nach eigenen Worten größte Rückversicherer der Welt unterstrich nochmals das Ziel, seine Marktstellung auf allen wichtigen Märkten der Welt weiter auszubauen und dort die erste oder zumindest die zweite Position einzunehmen. Im Hinblick auf das Rückversicherungsgeschäft zeigte sich Schinzler vorsichtig optimistisch. Er veranschlagte das voraussichtliche Umsatzwachstum im laufenden Jahr unter Berücksichtigung der Übernahme des Portefeuilles der Alten Leipziger Rück auf etwa sieben Prozent. In diesem Geschäftsfeld dürfte unter normalen Umständen "ein spürbar besseres Jahresergebnis" ausgewiesen werden als im Vorjahr.



Ergo soll zu einem führenden Unternehmen im Privatkundengeschäft ausgebaut werden

Insbesondere in Lateinamerika und China sollen den Angaben zufolge in Zukunft Marktanteile gewonnen werden. Sowohl bei der Erst- als auch bei der Rückversicherung würden zukünftig weiter konkrete Akquisitionsmöglichkeiten geprüft. Motor des Wachstums werde die Krankenversicherung sein. Die Münchener Rück bekräftigte zudem ihr Ziel, die Erstversicherungstochter Ergo zu einem der führenden Unternehmen im Privatkundengeschäft zu machen.



Besorgnis über die Neugewichtung des Stoxx-50-Index

Die Aktionärsvertreter auf der Hauptversammlung begrüßten die Kursentwicklung der Münchener Rück-Aktie, zeigten sich jedoch besorgt über die geplante Neugewichtung des Stoxx 50-Index. Die Aktionäre der Münchener Rück können sich nach den Worten eines Vertreters der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) im Moment kaum beschweren. Neben der Kursentwicklung wurde auch die durch den Aktienspilt faktisch verdoppelte Dividendensumme lobend erwähnt. Demgegenüber kritisierte eine Sprecherin der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz die Dividendenpolitik des Unternehmens. Die Erhöhung der Dividende auf 0,95 Euro sei "etwas holprig".

Die Hauptversammlung billigte bei einer Präsenz von 69,62 % alle Tagesordnungspunkte mit überwältigender Mehrheit.

Damit wurde das Unternehmen unter anderem zur Schaffung eines genehmigten Kapitals im Volumen von 120 Mill. Euro sowie zum Aktienrückkauf von bis zu zehn Prozent derzeitigen Grundkapitals ermächtigt. Konkrete Pläne für eine Inanspruchnahme gebe es jedoch in beiden Fällen jedoch nicht, hieß es.

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