Besorgte Anleger
Dubiose Geldanlagen zur Euro-Einführung

Unseriöse Anlageanbieter machen sich offenbar die Sorgen der Bürger vor der Euro-Einführung zunehmend zu Nutze.

dpa BERLIN. Die Verbraucherzentrale Berlin, die den Grauen Kapitalmarkt bundesweit betreut, registriere einen Anstieg dubioser Anlageangebote, sagte Finanzexperte Volker Pietsch am Freitag in Berlin. Unter anderem würden Sachwertanlagen oder überteuerte Immobilien oder Diamanten angeboten.



"Legen Sie ihre gute DM in bleibenden Werten an (Luxusgüter)", "Best-Absicherung vor dem Euro" oder "Der Euro steht vor der Tür. (...) Legen Sie DM-Reserven rechtzeitig und anonym in Costa Rica an" steht in Kleinanzeigen in den Zeitungen. Andere Anzeigen bieten Anlagen in $ oder Schweizerr Franken an. Prinzipiell sei nichts dagegen einzuwenden, sich andere Devisen zu kaufen, wenn eine Furcht vor dem Euro bestehe, sagte Pietsch. Unternehmen, die diese Anzeigen schalteten, vermittelten jedoch häufig nur dubiose Beteiligungen an Firmen oder Immobilien.

Die unseriösen Angebote, die es schon seit Jahren gebe, fielen in Zeiten von Euro-Ängsten auf fruchtbaren Boden. "In Gesprächen in der Verbraucherzentrale haben wir festgestellt, dass der Euro in den Köpfen noch nicht richtig vorhanden ist", sagte Pietsch. Die Leute verwechselten vielfach den schwachen Wechselkurs mit dem Innenwert der Währung und hätten Angst, dass ihr Geld an Wert verliere.

Am Ende stünden die besorgten Anleger dann zum Beispiel mit einem fast wertlosen Grundstück in Ungarn da, das sie vor ihrer Unterschrift nicht gesehen haben.

Viele der Geschäfte unterliegen in Deutschland keinerlei Aufsicht. Für die erlaubnispflichtigen Angebote wie einigen Anlageformen ist das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen zuständig. "Seitdem der Euro eingeführt wurde, wird von einigen schwarzen Schafen auch immer wieder mit der Angst davor beworben - genau wie mit der Rentenangst", sagte ein Sprecher der Behörde. Einen dramatischen Anstieg in den vergangenen Monaten gebe es jedoch bei den erlaubnispflichtigen Geschäften nicht. Beim Sachwert- oder Diamantenverkauf ist das Amt nicht zuständig. "Vieles können wir nicht verfolgen", sagte der Sprecher. Überhöhte Renditeversprechen sollten aber in jedem Fall vorsichtig machen.



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