Besorgte Anleger
US-Börsen setzen die Talfahrt fort

Die US-Börsen haben am Montag ihre Talfahrt der Vorwochen fortgesetzt. Händler sagten, die trüben Geschäftsprognosen der Unternehmen sowie Sorgen der Anleger um das Management einiger US-Konzerne seien für die Verluste verantwortlich. Börsianer sprachen von volatilem Geschäft bei hohem Umsatz.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index verlor zum Handelsschluss 2,93 Prozent auf 7784,44 Punkte und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Oktober 1998. Zuvor war er auf ein Tagestief von 7717,29 Zählern gefallen, im Geschäftsverlauf aber auch kurzfristig in die Pluszone geklettert. Der Nasdaq-Index gab 2,77 Prozent auf 1282,55 Punkte nach, der breiter gefasste S&P-Index büßte 3,29 Prozent auf 819,83 Zähler ein. Nach dem Kursrutsch vom Freitag versuche der Markt auszuloten, wie weit die großen Aktienindizes noch fallen könnten, sagten Händler. "Wir sind in einem Vakuum. Ich vermute, dass wir noch viel weiter nach unten gehen", sagte Kevin Cohen, Händler bei Wedbush Morgan. "Wir brauchen diese Reinigung, um den Boden zu finden."

Die Aktien der drittgrößten lokalen US-Telefongesellschaft, BellSouth Corp, verloren rund 18 Prozent auf 22,61 Dollar, nachdem das Unternehmen zuvor einen Gewinnrückgang im zweiten Quartal mitgeteilt und den Ausblick für das Gesamtjahr erneut gesenkt hatte. Die Nachrichten hätten den gesamten Telekommunikationssektor nach unten gezogen, sagten Händler. Die Aktien von Verizon Communications gaben rund zwölf Prozent auf 28,65 Dollar nach.

Die Titel des zweitgrößten US-Telekomkonzerns WorldCom legten dagegen rund 55 Prozent auf 0,14 Dollar zu, nachdem das Unternehmen nach Fehlbuchungen in Milliardenhöhe Insolvenzantrag gestellt und damit für die größte Firmenpleite in der US-Wirtschaftsgeschichte gesorgt hatte. Die Aktien der Citigroup, einer der größten WorldCom-Kreditgeber, verloren rund elf Prozent auf 32,04 Dollar und waren der umsatzstärkste Wert an der New York Stock Exchange. Händler begründeten den Kursrutsch auch mit Zeitungsberichten, wonach das Institut bei der Verschleierung von Schulden des inzwischen bankrotten Energiehändlers Enron geholfen haben soll.

Die Titel des Finanzkonzerns American Express fielen um rund 8,5 Prozent auf 28,97 Dollar. Das Unternehmen hatte zwar im zweiten Quartal den Nettogewinn nahezu vervierfacht und die Analystenprognosen knapp übertroffen. Im Gesamtjahr werde der Konzern aber wohl nicht die Schätzungen der Analysten übertreffen, teilte American Express weiter mit. Die Titel des US-Mischkonzerns 3M schlossen mit einem Plus von 0,11 Prozent bei 109,00 Dollar. Der Konzern hatte im zweiten Quartal 2002 bei hohen Umsätzen im asiatisch-pazifischen Raum und strengen Kostenkontrollen den Gewinn wie erwartet mehr als verdoppelt.

Die Titel des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble stiegen um rund 4,5 Prozent auf 77,83 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, 2003 werde das Aktienrückkaufprogramm erweitert. Procter & Gamble sehe die Geschäftsentwicklung weiter zuversichtlich. "Es ist erbärmlich. Eigentlich waren die Bilanzen positiv, und die WorldCom-Insolvenz erwartet. Der Markt reagiert emotional und verkauft aus Furcht", sagte Brian Pears, Leiter Aktienhandel bei Victory Capital Management. An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,14 Milliarden Aktien den Besitzer. 642 Werte legten zu, 2646 gaben nach und 159 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,31 Milliarden Aktien 1093 im Plus, 2503 im Minus und neun unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 15/32 auf 103-6/32. Sie rentierten mit 4,46 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 15/32 auf 101-6/32 und hatten eine Rendite von 5,29 Prozent.

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