Besorgte Sportler
China garantiert gute Luft während Olympia

"Dicke Luft" hatte China schon im Vorfeld der Olympischen Spiele aussitzen müssen, als vor allem die westliche Welt das Gastgeberland wegen seiner Menschenrechtspolitik angeprangert hatte. Während der Spiele fürchten im Gegenzug die internationalen Athelten die schlechte Luftqualität in der Hauptstadt des "Reiches der Mittes".

Immerwährende Meldungen über Smog und katastrophale Werte in der chinesischen Metropole lassen weltweit Diejenigen aufschreien, die seit langem vor der hohen Gesundheitsgefahr für die mehr als 10 500 Athleten warnen. Einige Ausdauersportler wie Äthiopiens Marathon-Idol Haile Gebrselassie haben deshalb bereits einen Startverzicht erwogen. Kein Grund zur Panik, sagen die chinesischen Behörden und garantieren eine gute Umweltbedingungen während Olympia.

Die Gastgeber verweisen auf ihre Bemühungen, die ihren Grund nicht nur in der Ausrichtung der Olympischen Spiele hätten. "Wir verbessern die Qualität der Luft nicht nur für Olympia, das ist auch darüber hinaus ein wichtiges Ziel für uns", sagte Du Shaozhong, der Sprecher der Pekinger Umweltbehörde, dem sid. Vor allem der gestiegene Anspruch der Menschen treibe die Behörden an, für einen sauberen Himmel zu sorgen.

Garantierte Luftqualität während Olympia

Zhang Lijun, der stellvertretende Chef der staatlichen Umweltschutzbehörde Sepa, bekräftigt: "Unsere Experten betonen, dass der Qualitätsstandard für die Luft während der Spiele garantiert werden kann, und dass unsere langfristigen Bemühungen erfolgreich sein werden." Jiang Xiaoyu, Vizepräsident des Organisationskomitees Bocog, fügt hinzu: "Keiner muss Masken tragen."

Während der Spiele wird ein Olympia-Wettersatellit aus dem All über einen Zeitraum von zehn bis 15 Tagen Vorhersagen liefern. Die Belastung der Luft wird per Computeranalyse drei Tage im voraus festgestellt, so dass entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können.

Die Luftverschmutzung ist eine der großen Herausforderungen der Pekinger Olympia-Organisatoren und auch landesweit im wirtschaftlich boomenden Reich der Mitte. Die zahlreichen Kohleöfen in den Haushalten, die immer größer werdende Zahl der Autos in der Metropole sowie veraltete Industrieanlagen in und um Peking herum sorgen für eine extreme Belastung.

200 Maßnahmen gegen Verschmutzung

Diese soll jedoch vor und während der Spiele durch rund 200 gezielte Maßnahmen gesenkt werden. In den vergangenen zehn Jahren investierte die Regierung dafür rund 16 Mrd. Dollar. Auch die umliegenden Provinzen wurden verstärkt mit einbezogen. So seien 75 Prozent der Kraftwerke "sauber" gemacht worden. Während Olympia würden in Peking sowie in den Provinzen Hebei und Tianjin Fabriken mit zu hohem Ausstoß ruhen und auch in der Inneren Mongolei, Shanxi und Shandong die Belastungen durch Kohlendioxid stark reduziert.

Bewegung ist auch in der Stadt, besonders im Straßenverkehr mit rund 3,3 Mill. PKW, für die zahlreiche Ziele vorgegeben wurden. So wird die Zahl der Autos im Straßenverkehr vom 20. Juli bis zum 20. September nach Beendigung der Paralympics täglich um die Hälfte reduziert. Langfristig soll die Qualität des Benzins verbessert, relativ neue Wagen umgerüstet und der Standard bei Neuwagen angehoben werden. Alte Autos werden nach und nach aus dem Stadtbild verschwinden und zu guter Letzt die Menschen vermehrt öffentliche Transportmittel benutzen. Dafür wurde das U-Bahn-Netz sukzessive ausgebaut. Zudem wurden staatliche Unternehmen angewiesen, ihre Mitarbeiter nur noch von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr arbeiten zu lassen - zwei Stunden weniger als üblich. Gleitzeit und die Möglichkeit, zuhause zu arbeiten, sollen den Verkehr entzerren.

Rückgängige Belastung, trotz gestiegener Auto-Zulassungen

Erfolge vermelden die Pekinger Behörden gerne. So sei die Belastung durch Autos trotz ständig steigender Zulassungszahlen um 10,8 Prozent heruntergegangen. "Die vor zehn Jahren gesetzten Ziele sind schon überschritten", sagte Du Shaozhong, der einen weiteren wichtigen Faktor nennt: "Nach und nach werden in der Stadt die Kohleöfen entsorgt. Jährlich werden 50 000 Menschen in den alten Stadtteilen saubere Heizkörper erhalten."

Die Ende Mai gemessene verheerende Luftqualität in Peking hatte erneut für Aufsehen gesorgt. Doch dies hatte andere Gründe: Sandstürme in der Mongolei und der autonomen chinesischen Region Innere Mongolei. Das Pekinger Umweltamt riet empfindlichen Menschen, in ihren Wohnungen zu bleiben. Es war der vierte Sandsturm im Frühling 2008. Für die Pekinger Offiziellen kein Grund zur Panik, wird doch versichert, dass sich Sandstürme im August normalerweise nicht ereignen.

© SID

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