„Besser abschneiden als in Sydney“
NOK-Chef rechnet in Athen mit Pannen

Der Präsident des deutschen Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Klaus Steinbach, bereitet die 451 deutschen Sportler während der Sommerspiele in Athen auf Pannen bei der Wettkampforganisation vor. Die Befürchtungen vieler Kritiker, die dem deutschen Sport nach dem Abschied vieler ehemaliger DDR-Athleten eine längere Durststrecke prophezeien, teilt er im Handelsblatt-Interview nicht.

Die Zahl der Medaillengewinner der deutschen Olympia-Auswahl ist seit Barcelona 1992 rückläufig. Was macht Sie zuversichtlich, diesen Trend in Athen stoppen zu können?

Unsere positive Stimmung ist begründet. Die Resultate der vorolympischen Saison waren besser als im Jahr vor Sydney 2000. Wir kommen mit einer Reihe aktueller Weltmeister und früherer Olympiasieger nach Athen. Das macht uns Hoffnung, vielleicht einen Tick besser abzuschneiden als vor vier Jahren.

Kritiker fürchten, der deutsche Sport könne nach dem Abschied vieler ehemaliger DDR-Athleten vor einer Durststrecke stehen. Drohen Deutschland die Sportstars auszugehen?

Sicher nicht. In einem Land mit 80 Millionen Menschen wird es immer viele talentierte Nachwuchssportler geben. Die Frage ist, wie wir sie finden und in den Spitzensport führen. Das Problem dabei sind die Ablenkungsmöglichkeiten jenseits des Sports, die für deutsche Kinder heutzutage sehr groß sind: Computer, Gameboy und vieles andere. Der Leistungsanreiz, sich durch den Sport wirtschaftlich besser stellen zu können, ist in schwächer entwickelten Staaten weit größer als bei uns.

Diesmal ist insbesondere die US-Sportelite unter Dopingverdacht geraten. Wie groß ist die Gefahr, dass das Thema die Spiele überschatten könnte?

Ich hoffe und glaube nicht, dass Doping zum großen Thema wird. Und was die Veröffentlichungen in den USA betrifft: Wir sind sehr, sehr froh, dass das Nationale Olympische Komitee Amerikas aktiv geworden ist. Das wird der olympischen Bewegung gut tun.

Die Sportstätten sind zwar in letzter Minute fertig geworden, aber wird auch alles reibungslos funktionieren? Logistik, IT-Systeme, Messanlagen?

Das wird in der Tat die Herausforderung sein, denn nach all den Verzögerungen blieb nur wenig Zeit für Testläufe. Wir haben unserer Mannschaft klar gemacht, dass es in Athen wohl ein paar zusätzliche Steine geben wird, über die wir mit mediterraner Gelassenheit springen wollen, ohne das sportliche Ziel aus den Augen zu verlieren. Wer sich darauf einstellt, wird im Wettbewerb Vorteile haben. Davon bin ich fest überzeugt.

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