Bessere Bilder durch digitale Bildverarbeitung
Digitaltechnik verändert nun auch das Fotolabor

Die digitale Fotografie verändert das Fotolabor: Bilder vom Negativ müssen ebenso vervielfältigt werden können wie Fotos von der CD. Volldigitale Printsysteme integrieren beide Techniken.

HB MÜNCHEN. Der Boom in der digitalen Fotografie und die - dank der Computertechnik - wachsenden Möglichkeiten für fotografische Dienstleistungen stellen die den Bildermarkt beherrschenden Großlabors vor neue Anforderungen. Diese müssen nicht nur Fotos von Negativen entwickeln können, sondern auch digitale Bilder auf das Papier bringen, die über das Internet geschickt oder auf CD abgegeben werden.

Für die Ausrüster der Fotolabors Agfa, Kodak und Gretag bietet dieser Wandel auf dem Fotomarkt die Chance für neue Geschäfte. Sie entwickeln volldigitale Printsysteme, die den Laborbetrieben die Möglichkeit bieten, auch die Entwicklung digitaler Bilder - die bisher eigene, zusätzliche Arbeitsgänge erforderten - in den standardisierten Ablauf zu integrieren.

Zwar setzen auch die anderen Hersteller von Printsystemen auf die neue Technik. Doch während Agfa, Kodak und Gretag auf die zentralen Großlabors zielen, konzentrieren sich Fujifilm, Konica oder Noritsu in erster Linie auf digitale Minilabs für Printservices vor Ort. Die Kapazitäten dieser Systeme liegen daher deutlich unter denen der Hochleistungsprinter. So übertrifft das neue Agfa-Printing-System mit einer Kapazität von 20 000 Prints pro Stunde selbst die Leistung heutiger digitaler Drucker in den Großlabors um gut das Doppelte.

Doch die neue Technik hat ihren Preis: Die Kosten für die neuen voll digitalen Systeme liegen pro Bild etwa dreimal höher als bei konventionellen analogen Anlagen. Dafür lassen sich mit der neuen Technik höherwertige Produkte wirtschaftlicher produzieren: So lassen sich die digitalen Bilder nach händlerspezifischen Vorgaben personalisieren. Die Labors können Werbeeindrucke, Coupons, ihr Logo oder den Firmennamen auf die Vorder- oder Rückseite der Bilder drucken. Das gilt natürlich auch für den Verbraucher, der beispielsweise Copyright-Vermerke im Bild anbringen lassen kann.

Marktführer Agfa hat bereits mit seinen früheren Hochleistungsprintern in Bezug auf die Bildqualität Maßstäbe gesetzt. Doch mit seinem digitalen Großlabor und der neuen digitalen Scantechnik, dem Total Film Scanning, will der Hersteller die Qualität noch einmal verbessern. Dazu gehören die automatische Anhebung von Kontrast und Schärfe, verbesserte Farbsättigung, Entfernen von Staub und Kratzern, Korn- sowie Farbstichunterdrückung und das Entfernen roter Augen. Vorteil für die Labors: Sie können mit der neuen Technik den Ausschuss verringern und ihre Einnahmen erhöhen.

Um die Investition in die neue Technik zu erleichtern, soll sich das digitale Printsystem nahtlos in die bestehende Betriebsstruktur eines Großlabors einfügen lassen. Durch den modularen Aufbau ließe sich die Technik außerdem an die individuellen Anforderungen der einzelnen Betriebe anpassen. Das digitale Großlabor von Agfa soll jedoch erst 2003 auf den Markt kommen.

Kodak ist hier schon einen Schritt weiter. Der "gelbe Riese" hat einen ersten Prototyp bereits vor einem Jahr vorgestellt. Inzwischen laufen Testinstallationen in den USA und Europa. Die für Mitte dieses Jahres geplante Markteinführung wurde allerdings auf 2002 verschoben. Das digitale I.Lab System soll dann auch mit einer Kapazität von 20 000 Prints pro Stunde geliefert werden. Dagegen ist das Cyra System von Gretag nur auf die Produktion von 10 000 Prints pro Stunde ausgelegt. Auch mit diesem System laufen bereits erste Feldtests.

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