Bessere Platzierung war sogar möglich
Ertl entdeckt alte Riesenslalom-Liebe wieder

Martina Ertl hat nach vielen Irrfahrten und Enttäuschungen ihre alte Liebe zum Riesenslalom aufgefrischt. Die 29- Jährige strahlte nach ihrem 11. Platz beim Weltcup am Donnerstag in Park City/USA mit der Sonne um die Wette. "Das Gefühl ist so schön, dass man wieder dabei ist", kommentierte die Lenggrieserin ihre beste Platzierung in der einstigen Paradedisziplin seit März 2000.

HB/dpa PARK CITY/USA. Dabei wäre sogar noch mehr möglich gewesen, hätte ein Fehler im zweiten Lauf nicht Zeit gekostet. "Ich bin im Rennen nicht so gut gefahren, wie im Training." Für den Weltcup-Slalom am Samstag hat die Olympia-Dritte in der Kombination einiges vor. "Im Slalom ist es bis jetzt ganz gut gegangen", sagte Martina Ertl, die zu Wochenbeginn bei einem Vorbereitungsrennen in Anwesenheit der gesamten Weltklasse mit Platz zwei Selbstvertrauen getankt hatte. "Ich traue ihr zu, im Slalom ganz vorne mitzufahren", erklärte Ertls Team-Kollegin Hilde Gerg, die sich seit Tagen speziell auf den Super-G in Aspen am kommenden Freitag vorbereitet.

Die gute Laune war Martina Ertl im Riesenslalom zuletzt oft vergangen. Gerade einmal drei Weltcup-Platzierungen jenseits der 20 hatte sie in der vergangenen Saison erreicht, nach einem desaströsen 64. Platz im Heimrennen von Berchtesgaden sogar eine Auszeit vom Weltcup genommen. Doch mit dem Materialwechsel von Atomic zu Rossignol kam langsam das alte Selbstvertrauen zurück. "Das war auch eine neue Motivation", erklärte die 29-Jährige.

Bei frühlingshaften Temperaturen auf der Olympia-Piste im US- Bundesstaat Utah sorgte indes nur Martina Ertl für einen Lichtblick in der deutschen Sorgendisziplin Riesenslalom. Hilde Gerg (Lenggries) als 37. und Maria Riesch (Partenkirchen) als 41. verpassten den zweiten Lauf, Monika Bergmann (Lam) trat mit einem Magen-Darm-Virus gar nicht erst an.

Dass hinter der alten, neuen Vorzeigefahrerin Ertl noch immer eine Lücke klafft, war ärgerte auch Damen-Cheftrainer Wolfang Maier. "Ich freue mich für Martina, aber bei uns ist immer nur eine Fahrerin vorne. Ich möchte aber, dass es mehr wie eine Mannschaft aussieht. Ich kann nur hoffen, dass im Slalom am Samstag mehr Leute vorne sind", sagte Maier.

Allen Grund zum Jubeln hatte die Siegerin Birgit Heeb-Batliner. Die 30-Jährige feierte vor Alexandra Meissnitzer (Österreich) und der dreifachen Olympiasiegerin Janica Kostelic nicht nur ihren ersten Weltcup-Sieg überhaupt, sondern auch den ersten Weltcup-Triumph für Liechtenstein seit Hanni Wenzel 1984. Die Ehefrau eines Multi- Millionärs hatte ihre eigene Erklärung für den Erfolg: "Ich bin am Morgen gestürzt und auf den Kopf gefallen. Wahrscheinlich sind alle Gehirnzellen, die bisher das Bremsen verursacht haben, abgestorben."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%