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Bessere Sprachkenntnisse sollen Mobilität in Europa fördern

Mit Appellen für mehr Anstrengungen für den Sprachunterricht haben die Europäische Union und der Europarat am Montag das "Europäische Jahr der Sprachen" eröffnet.

afp BRÜSSEL/STRAßBURG. Ziel sei es, dass jeder junge Europäer künftig neben seiner eigenen noch zwei andere Sprachen beherrscht, betonte die EU-Bildungskommissarin Viviane Reding am Montag in ihrem Aufruf. Dafür müsse noch "viel Arbeit" geleistet werden, betonte die Luxemburger Christdemokratin. Einer am Montag veröffentlichten EU-Umfrage zufolge sind mangelnde Sprchkenntnisse noch immer das größte Hindernis für die angestrebte Mobilität der Arbeitnehmer in der Union.

Der Generalsekretär des in Straßburg ansässigen Europarats, der Österreicher Walter Schwimmer, verwies auf die Bedeutung der Sprachen in einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft. Sprachkenntnisse seien nicht nur eine Voraussetzung für Mobilität, sondern förderten auch Toleranz und Verständnis unter den Menschen. Im Rahmen des "Europäischen Jahres der Sprachen", dessen Auftakt am Montag eine Konferenz im schwedischen Lund bildete, sind 300 Programme vorgesehen. An dem Projekt beteiligen sich die 43 Europaratsländer, zu denen die 15 Mitgliedsstaaten der EU gehören. Die EU-Kommission unterstützt die Initiative mit rund acht Millionen Euro (15,6 Millionen Mark), die vor allem für eine europaweite Informationskampagne bereitgestellt werden sollen.

Laut einer Umfrage des EU-Meinungsforschungsinstituts Eurobarometer sprechen derzeit 53 Prozent der Unionsbürger eine Fremdsprache; 26 Prozent der insgesamt 16.000 Befragten gaben an, außer ihrer Muttersprache noch zwei andere Sprachen zu beherrschen. 41 Prozent der Befragten nannten Englisch, das damit nach wie vor die mit Abstand beliebteste Fremdsprache ist. An zweiter Stelle folgt Französisch, das laut Umfrage 19 Prozent der Unionsbürger als Fremdsprache beherrschen. Dagegen gaben nur zehn Prozent der Befragten Deutsch und nur sieben Prozent Spanisch als ihre Fremdsprache an. Die besten Noten erhält laut der Umfrage Luxemburg, wo Französisch und Deutsch als offizielle Amtssprachen anerkannt sind: 98 Prozent der Luxemburger sprechen mehr als nur eine Sprache. Ausgesprochene Sprachmuffel sind dagegen die Briten, von denen sich zwei Drittel mit ihrer Muttersprache Englisch zufrieden geben.

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