Besserung in diesem Jahr kaum noch erwartet
ZEW-Umfrage signalisiert weitere Abkühlung

Die Hoffnung auf eine merkliche Konjunkturbelebung in Deutschland noch in diesem Jahr schwindet weiter. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sieht eine Verschlechterung der Aussichten in den vergangenen Monaten.

ddp/vwd BERLIN. Auch die institutionellen Anleger und Analysten schätzen laut Umfrage des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Perspektiven negativer ein. Die Stimmung der mittelständischen Unternehmen ist nach einer Umfrage des Forsa-Instituts für das Wirtschaftsmagazin "Impulse" wieder gesunken.

Die am Dienstag veröffentlichte monatliche ZEW-Umfrage ergab, dass sich der Index der Konjunkturerwartungen für Deutschland im September auf 39,5 Punkte nach 43,4 Zählern im August reduzierte. Von dem erhofften Konjunkturaufschwung sei noch nichts zu sehen, bewertete ZEW-Präsident Wolfgang Franz das Ergebnis. Vielmehr sei die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Konjunkturabschwächung gestiegen. Händler nahmen die Nachricht in ersten Reaktionen dennoch positiv auf, weil der Rückgang geringer ausfiel als befürchtet. Vorab hatten die Analysten sogar mit einem Absinken auf 35,6 Zähler gerechnet.

Die Erwartungen im Euroraum sanken im September laut ZEW-Erhebungen um 4,6 Punkte. Absolut gesehen liegen sie derzeit mit 43,0 Zählern leicht höher als die Erwartungen für Deutschland. An der Umfrage im Berichtsmonat beteiligten sich 301 Analysten und institutionelle Anleger.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben bekräftigte in Berlin die vom Verband bereits reduzierte Prognose für das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im laufenden Jahr. Der DIHK bleibe jedoch dabei, "wenngleich wir durchaus die Wahrscheinlichkeit sehen, dass wir nicht einmal die 0,5 Prozent halten können", sagte Wansleben. Gerade mit Blick auf die jüngsten Einzelhandelszahlen sei die Perspektive "nicht sehr günstig".

Offiziell geht die Bundesregierung noch immer von 0,75 Prozent BIP-Wachstum im laufenden und 2,5 Prozent im kommenden Jahr aus. Das Bundeswirtschaftsministerium räumte aber bereits Ende vergangener Woche ein, dass sich wohl die Annahme von 0,75 Prozent nicht länger halten lasse. Die Erwartungen der führenden Wirtschaftsinstitute für das laufende Jahr reichen inzwischen von 0,4 Prozent (Kieler Institut für Wirtschaftsforschung/KfW) bis 0,9 (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung/RWI). Das RWI äußerte sich inzwischen auch schon skeptisch zur offiziellen Prognose der Bundesregierung und der eigenen Annahme, ohne jedoch einen neuen Wert zu nennen.

Laut »Impulse-Konjunktur-Barometer" erwarten gerade einmal 19 Prozent der Mittelständler in den nächsten Monaten steigende Umsätze. Damit ist die Zahl der Optimisten unter den 500 regelmäßig befragten Firmenchefs wieder auf den niedrigen Stand von 2001 gesunken. Besonders pessimistisch sind demnach Vertreter des Handwerks und Freier Berufe. Der Anteil der Firmenchefs, die mit zusätzlichen Geschäften rechnen, beläuft sich in diesen Wirtschaftsbereichen auf nur noch zwölf beziehungsweise elf Prozent.

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