Best of the rest
Vierkampf um den zweiten Platz

Im Schatten des dominierenden Weltmeisters ist ein Vierkampf um den Vize entbrannt, doch im Prestige trächtigen Duell der deutschen Autohersteller droht Mercedes die Rolle des großen Verlierers.

HB HOCKENHEIM. Innerhalb von nur acht Punkten rangieren Juan Pablo Montoya, Ralf Schumacher, Rubens Barrichello und David Coulthard vor den fünf ausstehenden Grand Prix, in denen der große Rest der Formel 1 um das streitet, was Michael Schumacher und Ferrari übrig ließen. In der Konstrukteurs-WM hingegen haben die Silbernen wohl kaum eine Chance mehr, den Rückstand auf Williams-BMW noch aufzuholen.

"Wir ziehen dieses Jahr so durch, als ob wir um den Titel fahren", kündigte BMW-Technikdirektor Mario Theissen für den Endspurt an, in dem die abgeschlagene Ferrari-Konkurrenz schon auf die kommende Saison blickt. "Wir sind zwar näher gekommen. Aber Ferrari zu schlagen ist eine Aufgabe für das nächste Jahr", meinte Sportchef Gerhard Berger. Nun muss in der Entwicklung die Basis für den für 2003 anvisierten Titelkampf geschaffen werden. Die Sommerpause - eine zusätzliche Woche bis zum Rennen in Budapest - ändert nichts am Arbeitstempo. "Wir werden niemanden in Urlaub schicken", so Theissen, "der neue Motor soll dieses Jahr schon mal getestet werden."

In der Konstrukteurs-WM hat Williams-BMW hinter dem enteilten Ferrari-Team (141) mit 76 Zählern einen Vorsprung von 27 Punkten vor McLaren-Mercedes (49). Während die Bayern in diesem Jahr Rang zwei als Saisonziel ausgegeben hatten, müssen sich die Silbernen wohl mit dem ungewohnten dritten Platz abfinden. Der Mercedes-Auftritt unweit der Stuttgarter Firmenzentrale war besonders bitter. "Es nervt immer, wenn man überrundet wird", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug über das Abschneiden des fünftplatzierten Coulthard. Der Finne Kimi Räikkönen kam nach einem Reifenschaden nicht ins Ziel. "Ein enttäuschendes Ergebnis bei unserem Heim-Grand-Prix", so Haug. "In den letzten zwei Rennen klappte die Reifenwahl bei McLaren - Mercedes besser, jetzt bei uns", resümierte Theissen die Situation der Michelin-Teams. "Reifen und Chassis haben an diesem Wochenende nicht so zusammengepasst", sagte Haug.

Auf Grund der Blasen an den Pneus seien die Piloten "wie auf Glatteis" gefahren. Am meisten freute sich Montoya, der die Verfolger mit 40 Punkten vor Ralf Schumacher (36), Barrichello (35) und Coulthard (32) anführt, als Zweiter über ein lang vermisstes Erfolgserlebnis. "Das ist mein bestes Ergebnis seit sieben Rennen", meinte der Kolumbianer, der auch den inoffiziellen "Vize"-Titel gerne mitnehmen würde. "Das wäre schön. Zweiter ist besser als Dritter." Ralf Schumacher hingegen musste nicht nur erneut einen Rückschlag im internen Team-Duell, sondern auch ein frustrierendes Rennen verdauen: "Alles was schief gehen konnte, ging schief." Wie bei Barrichello. Der Pechvogel, dessen große Zeit auf Grund des Titelgewinns seines Kollegen jetzt beginnen sollte, wurde wieder von Technik-Problemen gebremst. Ferrari-Teamchef Jean Todt: "Wir geben Rubens all unsere Unterstützung im Kampf um Platz zwei."

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