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Bestätigt sich der Seuchen-Verdacht?

Nach dem ersten Verdacht auf Maul- und Klauenseuche in der niedersächsischen Weser-Ems haben die Behörden am Montag mehrere hundert Betriebe in dem Sperrbezirk im Kreis Vechta kontrolliert.

dpa DAMME. Aus dem niedersächsischen Damme kommen seit dem Wochenende bedrückende Nachrichten: Möglicherweise hat die Maul- und Klauenseuche (MKS) dort einen Kälbermäster erreicht. Sollte sich der Verdacht bestätigen, hätte die in Großbritannien wütende Tierseuche den Sprung über den Kanal gemacht. Viele bäuerliche Existenzen stünden auf dem Spiel.

Die Frage, ob die Region von der Seuche verschont bleibt, war am Montag noch nicht entschieden. Sichtbare Spuren haben die Tierkrankheit und die Angst davor jedoch bereits im Leben der Dammer und der Menschen in den umliegenden Dörfern hinterlassen. Streifenwagen der Polizei sind an den Straßen so präsent, als gelte es nach flüchtigen Bankräubern zu fahnden. Ihre Aufgabe ist es an diesem Tag, kein Schwein durchzulassen - und auch kein Rind und kein Schaf. In einem Sperrbezirk von 180 Quadratkilometern gilt ein vollständiges Transportverbot für Klauentiere. Das Technische Hilfswerk hat Seuchensperren errichtet.

In Vechta tagt der Krisenstab

Im Verwaltungszentrum des Landkreises Vechta tagt derweil ein Krisenstab. Er trifft Vorbereitungen für den Fall der Fälle, den die Bauern nach den Worten von Oberkreisdirektor Albert Focke "nicht verdient" hätten. Derzeit untersucht die Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen der Tiere in Tübingen den MKS-Verdacht. Erste Ergebnisse der Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen werden für Dienstagnachmittag erwartet. Abschließende Untersuchungsergebnisse sollen am Mittwoch vorliegen.

In Damme geht das Leben scheinbar seinen gewohnten Gang. Doch ein Blick in die Schulen des Ortes mit seinen 15 000 Einwohnern zeigt, dass schon die Gefahr Spuren hinterlässt. So fehlten in der Hauptschule mit Orientierungsstufe am Montag etwa 100 der 600 Schüler. Die Abwesenden stammen aus der Nachbarschaft der in Verdacht geratenen vier Ställe rund um Damme. Die Eltern folgten mit dem Schulverzicht einer Empfehlung des Landkreises. Prüfungen und Klassenarbeiten wurden um eine Woche verschoben.

Die Seuche war auch beherrschendes Thema im Unterricht - unabhängig vom Fach auf dem Stundenplan. Besorgt seien die Schüler zwar nicht gewesen, sagen Rektorin Ursula Gärtner-Hoffmann und ihr Kollege Josef Burmeister. Die Schüler hätten eher unter dem Eindruck der Sensation gestanden, "dass Damme in der Tagesschau an zweiter Stelle" stand. Die Lehrer hätten sich eilends mit Info-Material zu MKS aus dem Internet gewappnet. Im Unterricht dann ging es um Fragen nach Herkunft, Wirkung und Reichweite der Seuche, nach Abwehrmaßnahmen und Therapien. Auch die Übertragbarkeit auf Menschen musste als unbegründete Sorge geklärt werden.

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