Bestätigung von Augenzeugen: Britische Soldaten tief nach Basra eingedrungen

Bestätigung von Augenzeugen
Britische Soldaten tief nach Basra eingedrungen

Britische Truppen sind am Sonntag in das Zentrum Basras vorgestoßen, nachdem sie die zweitgrößte Stadt des Irak rund zwei Wochen lang belagert hatten. "Es ist eine Stadt, in die wir eindeutig hinein müssen, und in der wir die Baath-Partei und die Irregulären (Verbände) ausmerzen müssen, die dort kämpfen", sagte der britische Militärsprecher Chris Vernon dem BBC-Fernsehen. Dies geschehe mit Panzern und Infanterie.

rtr BEI BASRA. Zuvor hatte ein britischer Offizier Berichte fliehender Zivilisten bestätigt, nach denen britische Panzer die "Bagdad-Straße" erreicht hätten, die durch das Stadtzentrum führt. Bei den von britischen Soldaten am Samstag bei Basra entdeckten rund 200 Toten handelte es sich nach Angaben des Iran um Leichen iranischer Soldaten, die im Krieg mit dem Irak von 1980 bis 1988 getötet wurden.

Ein britischer Militärsprecher im Stützpunkt der US-geführten Truppen in Katar sagte, Ziel des Vorstoßes sei es, Kontrollpunkte innerhalb der Stadt zu errichten, um der Bevölkerung deutlich zu machen, "dass wir kommen, um sie zu befreien". "Es liegt zwar noch ein erheblicher Weg vor uns, doch dies war ein weiterer Schritt nach vorn."

Der Offizier, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte, die Einheiten seien auf beiden Seiten der Straße ins Zentrum auf Gegenwehr gestoßen. Zuvor hatte der britische Hauptmann Alex Cosby erklärt, die britischen Einheiten seien bis vor "die Tore von Basra" vorgerückt. "Wir sind auf Widerstand gestoßen, aber wir haben viel davon vernichtet. Wir haben Waffen zerstört und befassen uns nun mit Bunkerstellungen." Soldaten der Irischen Garde und der Königlich-Schottischen Dragoner-Garde seien mit 14 Panzern und ebenso vielen gepanzerten Truppentransportern vorgerückt. Dies sei die größte Truppenbewegung in Richtung der Stadt seit Kriegsbeginn vor zweieinhalb Wochen, sagte Cosby.

Augenzeugen berichteten, eine paramilitärische Gruppe habe Zivilisten beschossen, die die Stadt in einem Lastwagen verlassen wollten. Sie seien aufgefordert worden, zurückzukehren, um die Stadt zu verteidigen. Zivilisten aus Basra sprachen von neun oder zehn Panzern im Zentrum Basras. "Ja, sie sind im Zentrum. Sie sind auf der Bagdad-Straße", sagte ein Augenzeuge. Er fügte hinzu, die britischen Panzer seien bei ihrem Vorstoß auf leichten Widerstand der paramilitärischen Fedajin-Kämpfer gestoßen.

Ein Mann sei verletzt worden, als eine paramilitärische Einheit auf einen Wagen mit Zivilisten geschossen habe, berichtete ein Wageninsasse der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir sind gefahren und sie haben das Feuer auf uns eröffnet und gesagt, dass wir in dem Krieg kämpfen sollen." Zivilisten aus Basra hatten wiederholt berichtet, Angehörige der regierenden Baath-Partei hätten eine "Terror-Kampagne" gegen sie geführt, um sie zum Widerstand gegen die US-geführten Streitkräfte zu zwingen.

Das iranische Komitee für Kriegsvermisste forderte einem Zeitungsbericht zufolge die Überführung der Leichen, die britische Einheiten in einem Militärkomplex bei Bagdad entdeckt hatten. Der Nachrichtensender El Dschasira zitierte einen nicht namentlich genannten irakischen Regierungsvertreter in Basra, bei den Toten handele es sich nicht um Iraner, sondern um die Leichen irakischer Soldaten aus dem iranisch-irakischen Krieg. Der Iran habe die Leichen erst kürzlich dem Irak übergeben. Wegen des US-Angriffs auf den Irak hätten die getöteten Soldaten noch nicht an ihre Familien übergeben werden können.

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