Bestätigung von Ulla Schmidt: Krankengeld soll bei gesetzlichen Kassen bleiben

Bestätigung von Ulla Schmidt
Krankengeld soll bei gesetzlichen Kassen bleiben

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat Berichte bestätigt, dass sie die geplante zusätzliche Absicherung des Krankengeldes im Rahmen der gesetzlichen und nicht der privaten Kassen abwickeln will. Das Krankengeld solle "nicht mehr von den Firmen mitfinanziert werden", sagte sie dem Bremer "Kurier am Sonntag".

HB/dpa BERLIN. "Die Arbeitgeber würden um 0,4 Beitragssatzpunkte entlastet, die Versicherten müssten diese zusätzlich übernehmen." Bisher wird die Krankenversicherung von beiden Seiten je zur Hälfte finanziert.

Der Zeitung zufolge würden damit Kosten von monatlich maximal 15,30 ? vom Arbeitgeber auf den Versicherten verlagert, im Durchschnitt aber deutlich weniger. Die "Frankfurter Rundschau" hatte den durchschnittlichen Zusatzbetrag zuvor auf monatlich 6 ? beziffert.

Schmidt hält die Übernahme der Krankengeld-Kosten durch die Versicherten für "gerechtfertigt, weil die Arbeitgeber mindestens in den ersten sechs Wochen einer Krankheit ganz alleine die Lohnfortzahlung tragen". Daher sei es zumutbar, wenn die Arbeitnehmer "die Versichertenkosten für das Krankheitsrisiko ab der siebten Woche schultern".

Der Betrag für die ebenfalls geplante Praxisgebühr sei in der Höhe "noch nicht festgelegt", sagte Schmidt. Diese Gebühr "müsste jeder zahlen, der direkt einen Facharzt aufsucht statt des Hausarztes". Eine soziale Komponente, bei der Geringverdiener oder chronisch Kranke ausgenommen würden, sei nicht nötig, "weil jeder die Chance hat, ohne Eintrittsgebühr auszukommen. Er oder Sie muss nur im Hausarztmodell mitmachen." Wer sich freiwillig bereit erklärt, immer zuerst den Hausarzt aufzusuchen, soll weniger zuzahlen müssen. Bei Frauen-, Kinder- und Augenärzten wird Schmidt zufolge keine Praxisgebühr fällig.

Die Gewerkschaften hatten die sich abzeichnende Herausnahme des Krankengeldes aus der hälftigen Finanzierung durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber am Freitag kritisiert. Dies sei "weder sozial noch demokratisch", erklärte DGB-Chef Michael Sommer.

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