Bestandsaufnahme
Blair: Euro-Anstieg ohne Einfluss auf Beitrittsfrage

Der Höhenflug des Euro hat nach Ansicht des britischen Premierministers Tony Blair keinen Einfluss auf die Debatte über einen Beitritt seines Landes zur Gemeinschaftswährung.

Reuters LONDON. Dies könne man nicht von Tag zu Tag beurteilen, sondern hänge von den Untersuchungen der Wirtschaftlichkeit und der Haltung des Landes zu den Konvergenz-Kriterien ab, sagte Blair am Montag nach einem Gespräch mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Göran Persson in London. Persson sagte er hoffe den Termin für ein Referendum über einen Euro-Beitritt Schwedens nach den Parlamentswahlen im September festsetzen zu können.

Der Euro erreichte am Montag erstmals seit rund zweieinhalb Jahren die Parität zum Dollar und baute danach seine Gewinne weiter aus. Großbritannien, Schweden und Dänemark sind die einzigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU), die bislang nicht der Euro-Zone beigetreten sind.

Blair hat angekündigt, in der ersten Jahreshälfte 2003 eine Bestandsaufnahme vorzunehmen, ob die Kriterien für den Beitritt zur Euro-Zone erfüllt sind. Erst wenn dies zutrifft will die britische Regierung in einer Volksbefragung über den Beitritt entscheiden lassen. Unter anderem will Großbritannien den Stand des Zusammenwachsens mit den Volkswirtschaften der Euro-Zone, die möglichen Auswirkungen des Euro auf den britischen Finanzmarkt und den Stellenmarkt prüfen. Blair steht einem Beitritt zur Eurozone grundsätzlich positiv gegenüber.

Schwedisches Referendum nach den Wahlen

"Es gibt einen guten Grund anzunehmen, dass wir alle Konvergenz-Kriterien erreichen", sagte Persson nach dem Gespräch mit Blair. Beide Regierungschefs seien sich einig, dass der Beitritt zur Gemeinschaftswährung eine Frage des jeweiligen Landes alleine sei. "Es ist eine rein schwedische Entscheidung", sagte Persson. "Und ich erwarte, dass es zu einer Entscheidung über ein schwedisches Referendum nach den allgemeinen Wahlen im Herbst kommen wird."

Ein entscheidender Punkt sei dabei die Entwicklung der Löhne und Gehälter, sagte Persson weiter. Die beiden vergangenen Tarifrunden seien aber sehr verantwortungsbewusst und in Übereinstimmung mit den europäischen Standards verlaufen, so dass die Wettbewerbsfähigkeit Schwedens bewahrt bliebe.

Die schwedische Regierung hatte zuletzt signalisiert, ein Referendum über einen Euro-Beitritt im kommenden Jahr abhalten zu wollen. Falls dann eine Mehrheit der Schweden für die Gemeinschaftswährung stimme, könne das Land Euro-Zone 2005 beitreten.

Der Euro hatte bei seiner Markteinführung am 4. Januar 1999 bei 1,17 Dollar den Handel aufgenommen, fiel dann aber stetig bis zu seinem Tiefststand im Oktober 2000 auf 0,8225 Dollar, was einen Kursverlust von 30 Prozent bedeutete.

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