Bestandsaufnahme über einen Rückstau bei Investitionen
Bahn - McKinsey-Berater machen bei Firmenanalyse mit

Die McKinsey-Berater seien seit zwei Wochen bei der Analyse dabei, sagte ein Bahn-Sprecher am Sonntag Reuters auf Anfrage.

Reuters FRANKFURT. Die Unternehmensberatung McKinsey ist neuerdings an der firmeninternen Bestandsaufnahme der Deutschen Bahn beteiligt. Die McKinsey-Berater seien seit zwei Wochen bei der Analyse dabei, sagte ein Bahn-Sprecher am Sonntag Reuters auf Anfrage. Die Ergebnisse sollten wie angekündigt noch dieses Jahr bekannt gegeben werden. Die Bahn erstellt nach früheren Angaben gegenwärtig eine Bestandsaufnahme über einen Rückstau bei Investitionen ins Schienennetz seit der Bahnreform 1994. Die Zeitschrift "Focus" berichtete, Ende August habe die Bahn um 600 Mill. DM unter ihrem geplanten Umsatz für die ersten acht Monate gelegen. Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" sind die zum Verkauf stehenden Bahn-Immobilien nach Berechnungen des Bundesfinanzministeriums inzwischen weniger als die Hälfte der ursprünglich gesehenen 13,4 Mrd. DM wert.

"McKinsey ist im Haus und macht bei der Bestandsaufnahme mit", sagte der Bahnsprecher. Die "Bild am Sonntag" ("BamS") hatte berichtet, Bahn-Chef Hartmut Mehdorn habe McKinsey beauftragt, gemeinsam mit ihm eine schonungslose Bestandsaufnahme zu machen und Sanierungspläne zu erarbeiten. In Aufsichtsrats-Kreisen heiße es, es würden "Köpfe rollen". Das betreffe langjährige Bahn-Manager, die offenbar immer wieder vertuscht hätten, wie marode das Schiennetz und die über 30 Jahre alten Züge seien, berichtete die "BamS" weiter.

"Focus" meldete unter Berufung auf ein internes Dokument für die Unternehmensführung, die Differenz zwischen geplantem und tatsächlichem Umsatz sei im Laufe des Jahres immer größer geworden. Der Bahnsprecher lehnte einen Kommentar zu der genannten Differenzsumme von 600 Mill. DM Ende August ab und sagte zugleich, in dem internen Papier gehe es um das Betriebsergebnis und nicht um den Umsatz. Weiterhin lägen Umsatz und Gewinn - hauptsächlich wegen unerwartet geringer Besucherzahlen auf der Weltausstellung Expo - unter den Planzahlen. Unternehmenschef Hartmut Mehdorn hatte bereits Mitte Oktober gesagt, die Bahn werde ihr ursprüngliches Gewinnziel nicht erreichen. Sie werde aber operativ schwarze Zahlen schreiben.

Die "Welt am Sonntag" berichtete, der Wert der zum Verkauf stehenden Bahn-Immobilien sei auf Grund des Preisverfalls am deutschen Immobilienmarkt auf jetzt noch etwa sechs Mrd. DM von 13,4 Mrd. DM 1994 gesunken. Mit den Erlösen sollen unter anderem Altschulden der früheren Deutschen Bundesbahn abgelöst werden. Eine Sprecherin des Finanzministeriums sagte, sie kenne den Wert der Immobilien nicht.

Die Bundesregierung will die nicht benötigten Immobilien der Deutschen Bahn AG in einer neuen Gesellschaft vermarkten. Das dem Haushaltsausschuss des Bundestages vorgelegte geänderte Konzept sieht nach Ministeriumsangaben die Umwandlung der bisherigen Verwertungsgesellschaft Eisenbahnimmobilien in eine Property Gesellschaft vor, womit Immobilien auch einzeln vermarktet werden können.

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