Bestechung war keine Seltenheit
Für Ruhm und Wohlstand

Schon die Olympischen Spielen der Antike zogen riesiges Interesses auf sich und faszinierten Tausende von Menschen. So kam ein Olympia-Sieger in seiner Heimatgemeinde zeit seines Lebens zu großem Ruhm - schon dem Zweitplatzierten drohten jedoch Vertreibung und Prügel.

HB HAMBURG. Milon von Kroton war der Superstar, Arrhichion aus Phigalia in Arkadien der tragische Held, Kaiser Nero aus Rom der Betrüger - es ging hoch her bei den Olympischen Spielen der Antike. In mancherlei Hinsicht waren sie mit ihren Skandalen und Affären ein Abbild der modernen Olympiaden und ein Vorbild, was Faszination und breite öffentliche Aufmerksamkeit angeht.

Milon kam als Ringerkönig des Altertums zu Ruhm und Wohlstand. Der Athlet aus der griechischen Stadt Kroton in Unteritalien gewann 540 v. Chr. bei den Knabenwettkämpfen und feierte von 532 bis 516 v. Chr. sechs Olympiasiege. Der Legende nach stand er auch bei Kriegen seiner Heimatstadt an vorderster Front: Mit einem Löwenhaupt auf dem Kopf wie in der Sage Herkules und Keule schwingend schlug er die Gegner in die Flucht.

Arrhichion bezahlte seinen dritten Olympiasieg im Allkampf (Pankration), der brutalen Mischung aus Faustkampf und Ringen, mit dem Tod. Im Endkampf drückte ihm sein Gegner die Kehle zu und er erstickte. Doch unmittelbar davor hatte er seinem Widersacher einen Zeh gebrochen und dieser seine Aufgabe signalisiert. Der tote Arrhichion wurde zum Sieger erklärt.

Für Nero verschoben die Griechen die Spiele um zwei Jahre auf 67 n. Chr. und führten nur für dieses Jahr auf kaiserlichen Wunsch Wettbewerbe für Tragöden und Kitharöden (Spieler des Saiteninstruments Kithara) ein. Der Despot gewann gleich sechs Wettbewerbe, drei musische und drei sportliche. Darunter war auch das prestigeträchtige Wagenrennen mit dem Vierergespann. Der Kaiser lenkte selbst, wurde aus dem Wagen geschleudert und ließ sich dennoch als Sieger feiern. Aber er hielt, was er versprochen hatte: Die im 2. Jahrhundert v. Chr. von Rom unterworfenen Griechen erhielten die Steuerfreiheit.

Ob auch die beiden anderen großen Herrscher, Alexander des Großen Vater Philipp II. von Makedonien und der römische Kaiser Tiberius, beim Olympiasieg ihrer Pferdegespanne selbst die Zügel in der Hand hatten, ist nicht belegt. Beim Pferdesport erhielt nämlich nicht Fahrer oder Reiter, sondern der Besitzer der Rösser den Siegerkranz. So konnten auch Frauen Olympiasieger werden.

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