Bestechungsaffäre
Möglicherweise im März Neuwahlen in Peru

In Peru könnte es nach Angaben der Regierung im März 2001 vorgezogene Präsidentenwahlen geben. Diesen Termin nannte Justizminister Alberto Bustamante am Montag in Lima.

Reuters LIMA. Präsident Alberto Fujimori hatte am Samstag überraschend vorgezogene Wahlen angekündigt, bei denen er selbst nicht mehr kandidieren werde. Zudem gab er die Auflösung des Geheimdiestes SIN bekannt. Die Ankündigung Fujimoris steht vermutlich in Zusammenhang mit einer Bestechungsaffäre, in die der der Präsidentenberater und Geheimdienstchef Vladimiro Montesino verwickelt sein soll. Bustamante sagte, Montesino sei entgegen anders lautender Gerüchte nicht festgenommen worden. Es gebe lediglich Vorschläge, die vorsähen, die Amtszeit des gegenwärtigen Kongresses auf ein Jahr zu verkürzen, so dass diese im Juli 2001 enden würde statt erst 2005, sagte Bustamante nach einem Treffen mit Fujimori. Der künftige Präsident könnte sein Amt am 28. Juli 2001 antreten. Der 28. Juli ist der peruanische Nationalfeiertag. Das Kabinett wolle am Dienstag abschließend über die Terminvorschläge beraten, fügte Bustamante hinzu.

Fujimori hatte keinen Grund für vorgezogene Neuwahlen genannt. Seine Ankündigung folge einem Fersehbericht am Donnerstag, worin Montesino einem oppositionellen Kongressabgeordneten 15  000 Dollar überreicht haben soll, um ihn auf die Seite der Regierung zu ziehen. Zahlreiche Abgeordnete sind in das Lager Fujimoris gewechselt und haben diesem damit zu einer Mehrheit im Kongress verholfen. Fujimori ist seit 1990 Präsident. Erst im Juli hatte er eine neue Amtszeit angetreten. Die Opposition wirft ihm Wahlbetrug vor.

Fujimori besuchte Armeehauptquartier

Bustamante sagte, selbst wenn er wüßte, wo sich Montesino aufhalte, könne er dies aus Sicherheitsgründen nicht sagen. Aus Justizkreisen war zuvor verlautet, Montesino stehe unter Arrest. Seine Schwester habe bereits Schritte eingeleitet, um ihren Bruder frei zu bekommen.

Offen blieb weiterhin, wie das mächtige Militär Perus auf die unklare Lage reagieren wird. Fujimori besuchte am Dienstagmorgen Augenzeugen zufolge das Armeehauptquartier, dass in Peru in Anlehnung an das US-Verteidigungsministerium "Pentagonito" genannt wird. Montesino unterhält enge Kontakte zum Militär. Der Armeechef ist ein alter Freund Montesinos. Auch Montesinos früherer Schwager soll einen einflussreichen Posten in der Militärführung haben.

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