Bestrahlungsgeräte töten Keime ab
Anthrax-Sporen in Poststelle des Weißen Hauses gefunden

Drei Wochen nach Bekanntwerden des ersten Milzbrandfalls in den USA ist das Weiße Haus erstmals direkt betroffen. In einer Poststelle des Weißen Hauses wurden Anthrax- Sporen nachgewiesen.

dpa WASHINGTON. Das gab der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, am Dienstag bekannt. Zuvor hatten die Behörden bestätigt, dass zwei mit Milzbrand infizierte Postmitarbeiter in Washington gestorben sind.

Fleischer betonte, die Poststelle liege mehrere Kilometer vom Weißen Haus entfernt auf einem Militärgelände. Er zeigte sich zuversichtlich, dass niemand im Weißen Haus selbst mit den gefährlichen Sporen in Kontakt gekommen sei. Nach Informationen des Nachrichtensenders CNN verfügt das Weiße Haus über Bestrahlungsgeräte für die Post, die Erreger abtöten. Der Sprecher erklärte dazu lediglich, alle Sicherheitsmaßnahmen seien nach dem 11. September verschärft worden.

Nach Angaben von Fleischer wurden die Sporen am Dienstagvormittag (Ortszeit) an einer Maschine entdeckt, die Briefe automatisch öffnet. Alle Mitarbeiter der Poststelle und alle Mitarbeiter im Weißen Haus, die mit der Post dort zu tun haben, würden nun auf Kontakt mit den Sporen untersucht. Ob die Sporen von einem Anthrax-Brief an das Weiße Haus oder Präsident George W. Bush stammten, war unklar. Nach Informationen von CNN könnten die Sporen auch über einen "verunreinigten" Brief aus der zentralen Postsortierstelle Brentwood nördlich vom Kapitol in die Poststelle des Präsidentensitzes gelangt sein.

Zuvor hatten die Behörden in Washington offiziell bestätigt, dass zwei Mitarbeiter der Sortierstelle Brentwood an Lungenmilzbrand starben. Zwei weitere Mitarbeiter werden wegen Lungenmilzbrand behandelt. Nach jüngsten Angaben wurden auch zwei Anthraxfälle aus dem Vorort Silver Spring gemeldet. Zudem wird eine Postangestellte im US-Bundesstaat New Jersey in ernstem, aber stabilem Zustand im Krankenhaus behandelt.

Die Behörden ordneten für sämtliche Postangestellten in New Jersey und Washington eine sofortige Antibiotika-Behandlung an. Die Krankenhäuser sind angewiesen, bei allen Patienten mit unklaren Symptomen auf Anthrax-Anzeichen zu achten.

Nach den Worten von Fleischer gibt es zwar bislang "keine harten Beweise", die die Anthrax-Briefe mit den Terroranschlägen vom 11. September in Verbindung brächten. "Es gibt den Verdacht, dass damit internationale Terroristen zu tun haben", sagte Fleischer.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%