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Bestürzung in Italien über Geiselmord im Irak

Die Ermordung der bereits zweiten italienischen Geisel im Irak innerhalb weniger Monate hat in Rom Bestürzung und Empörung ausgelöst. Ministerpräsident Silvio Berlusconi bezeichnete die Tötung des 56-jährigen Journalisten Enzo Baldoni in einer ersten Erklärung als „barbarischen Akt“.

dpa ROM. Die Ermordung der bereits zweiten italienischen Geisel im Irak innerhalb weniger Monate hat in Rom Bestürzung und Empörung ausgelöst. Ministerpräsident Silvio Berlusconi bezeichnete die Tötung des 56-jährigen Journalisten Enzo Baldoni in einer ersten Erklärung als "barbarischen Akt".

Zugleich betonte er, dass Italien nicht daran denke, seine Truppen aus dem Irak abzuziehen. Baldonis Entführer hatten am Dienstag Italien ein 48-stündiges Ultimatum gestellt, alle Soldaten aus dem Irak abzuziehen - andernfalls würden sie die Geisel töten. Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi erklärte, die Ermordung sei ein Trauerfall für ganz Italien.

Die Nachricht von der Ermordung Baldonis war in der Nacht zum Freitag vom arabischen TV-Sender Al Dschasira verbreitet worden. Ein Video, auf dem der Mord zu sehen sei, könne wegen der brutalen Szenen nicht gesendet werden, teilte der in Katar beheimatete Sender mit. Die Bilder wurden einem offiziellen italienischen Vertreter gezeigt. Er sei danach sichtlich geschockt gewesen, berichteten italienische Medien. Baldoni habe sich mit Leibeskräften gegen seine Mörder gewehrt, hieß es. Er sei zunächst mit einem Schuss niedergestreckt worden, danach sei ihm die Kehle durchgeschnitten worden, schrieb die Tageszeitung "Corriere della Sera".

Baldoni war am Donnerstag der Vorwoche in Nadschaf spurlos verschwunden, nachdem er mit einem italienischen Konvoi dort eingetroffen war. Während der Konvoi die Stadt wieder verließ, blieb der Mitarbeiter der italienischen Wochenzeitung "Diario" in der umkämpften Stadt. Schon am Freitag wurde die Leiche seines palästinensischen Fahrers entdeckt. Am Dienstag sendete dann Al Dschasira ein Video der Entführer, das Baldoni als Geisel zeigte.

Bereits im April war eine italienische Geisel im Irak nach tagelanger Gefangenschaft ermordet worden. Bei dem Opfer handelte es sich um einen Mann, der für eine private Sicherheitsfirma gearbeitet hatte.

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