Besucherzahl der Frankfurter Buchmesse gesunken
Buchverlage rechnen mit stagnierenden Umsätzen

Die Mitarbeiter des Rowohlt-Verlages mussten auf der Frankfurter Buchmesse in aller Eile die eigenen Regale umräumten: "Der kleine Vampir" musste den Werken von Elfriede Jelinek weichen, da die österreichische Autorin, die bis vor zwei Jahren bei Rowohlt veröffentlichte, den Literaturnobelpreis erhalten hatte.

HB FRANKFURT. "Die Auszeichnung wird der deutschsprachigen Literatur viel Aufmerksamkeit bescheren", freut sich Buchmesse-Sprecher Holger Ehling. Die Aufmerksamkeit kann die Branche auch gebrauchen. Denn die Konjunkturflaute hat sie noch nicht überwunden. Wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in seiner Informationsbrief "Branchenmonitor Buch" berichtet, betrug das Umsatzwachstum in den ersten acht Monaten des Jahres gerade einmal 0,7 Prozent. Bis Neujahr, sagte Börsenvereins-Vorsteher Dieter Schormann bei der Eröffnung der Messe, rechnet die gemeinsame Interessenvertretung von Buchhandel und Verlagen kaum mit einem Wachstum.

Einen Einbruch wie im vergangenen Jahr wird es jedoch nach Einschätzungen des Börsenvereins nicht geben, die 56. Frankfurter Buchmesse war geprägt von vorsichtigem Optimismus.

Das Fachinteresse am Branchentreff ist nur scheinbar gestiegen: An den drei Fachtagen wurden an den Ständen und in den Foren zwar fast drei Prozent mehr Besucher als im vergangenen Jahr gezählt. Wegen des Wegfalls des Messemontags lag die Gesamtbesucherzahl allerdings unter der des Vorjahres. Immerhin Rund 50 Aussteller mehr präsentierten ihr Programm. "Alle unsere Handelspartner waren da, die amerikanischen Verlage ebenfalls", sagt Bernd Eckloff, Vertriebsleiter Bastei Lübbe Taschenbücher. "Wir sind nicht euphorisch, aber zufrieden."

Bis zu 16 000 Stück pro Tag habe der Handel zusätzlich vom Bastei- Lübbe-Buch "Die Säulen der Erde geordert". In der Woche zuvor war das Buch auf Platz Drei der ZDF-Bestseller-Liste "Die Lieblingsbücher der Deutschen" gelandet. Jetzt, so Eckloff, müsse man abwarten, wie das Weihnachtsgeschäft verlaufe.

Doch gerade das wird in diesem Jahr um einen Unsicherheitsfaktor bereichert: Billigbücher großer Zeitungsverlage. Nach dem Süddeutschen Verlag, der schon im Frühjahr Klassiker als Hardcover-Version für knapp fünf Euro auf den Markt geworfen hatte, präsentierte auf der Buchmesse auch die Bild-Zeitung ihre Bestseller-Bibliothek. In Kooperation mit dem Weltbild-Verlag bringt Axel-Springer zwei Dutzend Hardcover-Romane für 4,99 Euro auf den Markt.

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