Beteiligte zur Mitarbeit an Kodex für Analysten eingeladen
Neuer Markt soll wieder an Ansehen gewinnen

Das Bundeswirtschaftsministerium will die Pläne für die Einführung eines Ehrenkodexes für Aktienanalysten rasch verwirklichen. Unverbindliche Bestimmungen reichten nicht aus, um die Unabhängigkeit der Analysten und seriöse Aktienprognosen zu gewährleisten, betonte die Parlamentarische Staatssekretärin Margareta Wolf (Grüne).

12.3.2001 uhl BERLIN. Sie verwies auf die strengen gesetzlichen Vorschriften für Analysten in den USA. "Der quasi gesetzesfreie Raum in Deutschland ist nicht gut für den Finanzplatz", meinte Wolf. Verbindliche Rahmenrichtlinien seien zudem ein wichtiger Beitrag, um das Ansehen des Neuen Marktes wieder zu verbessern. Dies gelte um so mehr, als der neue Neue Markt perspektivisch möglicherweise durchaus mit der Nasdaq fusionieren wolle.

Das Gutachten, das das Ministerium beim Banken- und Börsenexperten der Universität Erlangen-Nürnberg, Professor Wolfgang Gerke und beim Chef des Deutschen Aktieninstitut, Rüdiger von Rosen, in Auftrag geben werde, dürfte bereits im Mai oder Juni vorliegen. Dann werde mit der Umsetzung der Vorschläge begonnen.

Die Arbeiten an dem Gutachten werde eine Arbeitsgruppe begleiten, kündigte die Staatssekretärin an. Dem Gremium würden Vertreter des Bundesfinanzministeriums, des Bundeswirtschaftsministeriums, der Aufsichtsämter für das Kreditwesen und den Wertpapierhandel, der Börsen, der Banken, der Aktionärs-Schutzvereinigungen und des Analysten-Berufsverbandes angehören. Banken und Analysten hätten in den letzten Wochen bereits "Problembewußtsein" und Kooperationsbereitschaft signalisiert. Auch innerhalb der Regierungskoalition wird das Vorhaben unterstützt, die Unabhängigkeit der Analysten zu stärken. Die FDP warnte dagegen vor weiteren Regulierungen.

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