Beteiligung an Docomo und Communications soll sinken
NTT soll aus Wettbewerbsgründen Anteile an Töchtern reduzieren

Der japanischen Telefongesellschaft NTT droht die Zerschlagung, sollte sich nicht der Wettbewerb am japanischen Telekommarkt beleben.

rtr/dpa TOKIO. Der japanische Telekom-Konzern Nippon Telegraph & Telephone Corp (NTT) soll nach dem Willen eines Beratergremiums der Regierung die Beteiligungen an zwei Töchtern aus Wettbewerbsgründen reduzieren. Der ehemalige Monopolist solle Anteile an dem Mobilfunkbetreiber NTT Docomo und dem Anbieter für Ferngespräche NTT Communications abgeben, sagte ein Sprecher der Berater des japanischen Post - und Telekommunikationsministeriums am Donnerstag in Tokio. Dies solle durch die Einführung von Aktien an ausländischen Börsen geschehen. Der Entwurf des Gremiums enthielt jedoch keinen Angaben für den Umfang des Beteiligungsabbaus.

Analysten und Konkurrenten bezweifeln, dass dadurch die dominierende Position von NTT entscheidend eingeschränkt werden kann.

Neben dem Abbau von Beteiligungen fordern die Berater, dass NTT seine Infrastruktur, darunter Glasfibernetze, Telefonmasten und andere Anlagen, alten und neuen Konkurrenten zur Verfügung stellen soll. "Ich denke, sie gehen in die richtige Richtung", sagte der Präsident des NTT-Konkurrenten Teleglobe, Koya Aoi. Doch seien die vorgesehenen Maßnahmen unzureichend. Um einen echten Wettbewerb entstehen zu lassen, müsse der Anteil von NTT an seinen Töchtern auf unter 33 % sinken, sagte Aoi. Zur Zeit hält NTT 100 % an NTT Docomo und 63 % an NTT Communications. Analysten erklärten, so lange NTT seine Beteiligungen nicht vollständig verkaufen müsse, habe das kaum finanzielle Folgen für den Konzern.

Das Gremium rät der Regierung, die derzeit auf 20 % festgelegte Beteiligungsgrenze für ausländischen Investoren zu prüfen und gegebenenfalls aufzuheben. Die Öffentlichkeit kann bis zum 30. November den Entwurf des Gremiums kommentieren, der in seiner endgültigen Fassung zum Jahresende veröffentlich werden soll.

Entscheidung nicht vor 2001

Seine Vorschläge will das Beratergremium eigenen Angaben zufolge am 20. Dezember der japanischen Regierung übergeben. Dann werde ein weiterer Beraterstab des Postministeriums den Plan im nächsten Jahr noch einmal überarbeiten.

Die Aktien von NTT, die bereits im Laufe des vergangenen Jahres wegen der Gerüchte um Beschränkungen des Monopols rund die Hälfte ihres Wertes eingebüßt hatten, gingen an der Börse in Tokio mit einem Minus von knapp vier Prozent aus dem Handel.

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