Beteiligung an europäischem Luftschiff-Projekt
Schicksalstag für Cargolifter

Der insolvente Luftschiffbauer Cargolifter hofft auf die Rettung durch seine Aktionäre und peilt die Beteiligung an einem europäischen Luftschiff-Projekt an.

HB/dpa BRAND/COTTBUS. Die Gläubiger von Cargolifter sollen am Freitag über das Erhaltungskonzept entscheiden. Damit die Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung von Cargolifter überwunden werden, müssten die Aktionäre 45 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Gelingt die Rettung, will Cargolifter gemeinsam mit dem britischen Konkurrenten Advanced Technologies Group (ATG) Luftschiffe bauen. Die Unternehmen hätten dazu am Mittwoch mit der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus eine entsprechende Erklärung unterzeichnet, teilte Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning mit. Das Bundeswirtschaftsministerium sowie das britische Handels- und Industrieministerium hätten Unterstützung für das europäische Gemeinschaftsprojekt unter der Bezeichnung "EuroLifter" in Aussicht gestellt.

Mönning und der Cargolifter-Vorstand hätten in Abstimmung mit dem Land, der BTU, der Industrie- und Handelskammer Cottbus, der Fachhochschule Wildau und dem Landkreis Dahme-Spreewald ein Erhaltungskonzept mit drei Säulen erarbeitet, heißt es in der Mitteilung. Neben der Entschuldung ist darin die Bildung einer GmbH zur Bearbeitung von Forschungsprojekten vorgesehen, die wegen fördertechnischer Gründe aus dem Unternehmen ausgegliedert werden soll.

Eine so genannte Transfergesellschaft als dritte Säule soll gekündigte oder freigestellte Mitarbeiter zeitweilig mit dem Ziel beschäftigen und qualifizieren, sie später wieder in die Cargolifter AG oder die Forschungsgesellschaft einzugliedern. Die Zustimmung der Gläubiger zu dem Drei-Säulen-Modell gilt laut Mönning als sicher. Nach Abstimmung mit dem Bund habe jedoch das Land Brandenburg klargestellt, dass bis spätestens 31. Oktober das Gelingen der Reorganisation abzusehen sein muss; anderenfalls werde Cargolifter liquidiert.

198 Cargolifter-Gläubiger hätten bisher 265 Forderungen angemeldet, teilte Mönning in Brand (Dahme-Spreewald) mit. Die Summe der Forderungen beträgt fast 76 Millionen Euro. Die höchste Einzelforderung stellt die Investitionsbank Land Brandenburg (ILB) mit mehr als 52 Millionen. Gegen ihre Stimme können daher bei der Gläubigerversammlung keine Entscheidungen getroffen werden.

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