Beteiligung an Infobolsa
Deutsche Börse greift Reuters an

Die Börse will in den Markt für Finanzinformationen einsteigen. Im Blick hat sie dabei nicht so sehr die Handelsräume der Banken, sondern eher die Kundenberater in den Filialen.

pot FRANKFURT/M. Die Deutsche Börse AG will zusammen mit der Börse Madrid Finanzinformationen für professionelle Kunden in Deutschland und Europa vertreiben. Dazu wird sich die Börse mit 50 Prozent an Infobolsa beteiligen, einer Tochtergesellschaft der Börse Madrid. Schon im Dezember will das Unternehmen, das bisher hauptsächlich auf der Iberischen Halbinsel tätig ist, seine Dienste in Deutschland anbieten. Als Kunden sollen vor allem Banken und Finanzdienstleister, aber auch Medien gewonnen werden.

Damit tritt die Börse in Konkurrenz zu Nachrichtenkonzernen wie Reuters und Bloomberg. Allerdings nimmt die Börse nicht die Handelsräume der Banken ins Visier, eine der Domänen der großen Anbieter. Vielmehr richtet sich das Angebot an Nutzer, die mit etwas weniger detaillierten Informationen auskommen, etwa die Kundenberater in Bankfilialen. Börsenvorstand Christoph Lammersdorf schätzt das Marktvolumen auf 200 Mill. Euro, von denen sich die Börse 10 % sichern will.

Die Kooperation mit Madrid könnte auch mit Blick auf die erwartete Konsolidierung der europäischen Börsen interessant werden. Madrid gilt als ein möglicher Fusionspartner für Frankfurt. Mit der Partnerschaft bei Infobolsa nähern sich beide Handelsplätze weiter an. Allerdings stecken die vier spanischen Börsen zurzeit selbst in einem Fusionsprozess, so dass ein Zusammenschluss mit einer ausländischen Börse kurzfristig wenig wahrscheinlich ist.

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