Beteiligung an Kemper ausgegliedert
Escada sieht Krise überwunden

Der Damenmode-Hersteller Escada sieht nach einem Gewinnsprung seine Krise überwunden. Allerdings macht dem Unternehmen zunehmend die Konsumflaute zu schaffen.

Reuters ASCHHEIM. Der Konzern-Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2001/02 (zum 31. Oktober) um 72 Prozent auf 19,5 Millionen Euro, wie der Luxusmode-Hersteller am Montag mitteilte. Das Ergebnis nach Steuern habe sich auf 3,5 (Vorjahr: minus 0,9) Millionen Euro verbessert. Der Konzernumsatz sei wegen der Konsumflaute binnen Jahresfrist allerdings um 5,6 Prozent auf 571,6 Millionen Euro gesunken. "Das Marktumfeld hat sich deutlich verschlechtert", sagte Finanzvorstand Georg Kellinghusen.

Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen nach einem Verlustjahr definitiv wieder schwarze Zahlen. Das Ebit werde eher bei 25 als bei 30 Millionen Euro liegen, konkretisierte der Finanzvorstand die Prognose. Der Umsatz werde leicht unter dem Vorjahresniveau liegen. Das Unternehmen kündigte an, weitere Verkäufe vorzubereiten, die nicht zum Kerngeschäft gehörten.

Escada spart 35 Mill. Euro ein

Escada war im vergangenen Geschäftsjahr wegen zu hoher Lagerbestände und der Konsumzurückhaltung nach den Anschlägen in den USA in die roten Zahlen gerutscht. Das Unternehmen aus Aschheim bei München konzentriert sich seitdem auf sein Kerngeschäft und und will bis 2003 alle nicht dazu gehörenden Segmente verkaufen. Bis Oktober werde das Unternehmen wie geplant 35 Millionen Euro einsparen, sagte Kellinghusen.

Wegen der anhaltenden Konsumflaute erwartet Escada aber keine großen Sprünge. Die eigenen Geschäfte würden bewusst zurückhaltend beliefert, um nicht wieder Lager anzuhäufen, sagte Kellinghusen in einer Telefonkonferenz. Die Lagerbestände seien um 25,6 Prozent auf 176,2 Millionen Euro verringert worden.

Escada kündigte an, weitere Verkäufe vorzubereiten. So werde die 90,1 Prozent-Beteiligung an der Kemper-Gruppe in die Finanzbeteiligung Feraud eingebracht. Zudem übernehme Escada den 45-Prozent-Anteil der niederländischen Secon-Gruppe an Feraud und erhöhe seine Beteiligung damit auf 90 Prozent. Mit diesen klaren Mehrheitsverhältnissen werde ein Verkauf erleichtert. Verkaufsgespräche hätten aber noch nicht begonnen, sagte Kellinghusen.

Bereits im Mai hatte Escada den Verkauf seiner defizitären Parfum-Tochter Beaute an den Kosmetikkonzern Wella abgeschlossen. Die Mode-Marke Laurel wurde zudem in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert, um sie zu verkaufen.

Analysten verwiesen darauf, dass der Umbau bei Escada zwar voran komme. Allerdings sei kein Anziehen der Nachfrage nach Luxusmode zu verspüren, sagte Jörg Philipp Frey von Sal. Oppenheim. Das Unternehmen komme aber voran, seine hohen Kosten zu reduzieren. Die Berenberg Bank blieb trotzdem bei ihrer Kaufempfehlung, weil die Esacda-Aktie unterbewertet sei.

Die im MDax notierte Escada-Aktie legte deutlich um 3,5 Prozent auf 16,25 Euro zu. Das Unternehmen will auf einer Hauptversammlung am Mittwoch seine stimmrechtslosen Vorzugsaktien in Stammaktien umwandeln, um mehr institutionelle Anleger zu gewinnen.

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