Beteiligung an Versicherungskonzern Rosno
Allianz nimmt russischen Markt ins Visier

Die Allianz will sich als erster internationaler Versicherer an einem großen russischen Versicherungskonzern beteiligen und damit ihre Aktivitäten in Russland ausbauen.

Reuters MÜNCHEN. Die Allianz werde mit 45 % bei dem drittgrößten russischen Versicherer, Rosno, einsteigen, teilte der Münchener Konzern am Mittwoch mit. Beide Unternehmen hätten sich zudem auf eine Option zur Aufstockung des Anteils geeinigt. Dazu gebe es aber keinen konkreten Zeitplan. Über finanzielle Details sei Stillschweigen vereinbart worden. Der Anteilserwerb muss noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden.

Die Allianz erwerbe die Rosno-Anteile von der Finanzholding Sistema und anderen Anteilseignern, hieß es in der Mitteilung weiter. Durch die Beteiligung steige der Versicherer stärker in das russische Firmenkundengeschäft, die Krankenversicherung und die private Vorsorge ein. Der russische Versicherungsmarkt habe ein großes Wachstumspotenzial, erklärte Michael Diekmann, im Vorstand der Allianz unter anderem für Osteuropa und Asien zuständig. "Indem wir jetzt investieren, sichern wir uns durch frühes Handel einen Vorteil in diesem Markt", sagte er.

Branchenexperten schätzen, dass der Kaufpreis im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich liegt. "Wenn man sich die Summen anschaut, ist das ein kleiner Deal", sagte Tom Bennett, Analyst bei BNP Paribas in London. Dennoch sei der Einstieg der Allianz in den russischen Markt bemerkenswert, weil sie der erste internationale Versicherungskonzern sei, der diesen Schritt in einen Markt mit unvorhersehbaren Risiken wage. "Die Allianz wird die Risiken aber intensiv überprüft haben", sagte Frank Stoffel von WestLB Panmure. Er rechnet kaum mit einem großen Einfluss der Transaktion auf das Ergebnis der Allianz.

Nach russischen Rechnungslegungsstandards erzielte Rosno den Angaben zufolge im vergangenen Jahr einen Anstieg der Beitragseinnahmen um 66 % auf 311 Mill. ?.

In Russland ist die Allianz bereits mit der Ost-West-Allianz (OWAZ), einem Spezialversicherer für große Industriekunden, vertreten. Die OWAZ werde weiter unabhängig bleiben uns sich auf ihre Nischenrolle konzentrieren.

Der russische Versicherungsmarkt hat den Allianz-Angaben zufolge ein Volumen von rund 5,3 Mrd. Dollar. Allerdings besäßen weniger als ein Prozent der Bevölkerung eine Lebensversicherung und weniger als fünf Prozent eine private Krankenversicherung. Deshalb verspreche Russland interessante Wachstumsraten. Während zum Beispiel in Polen und Ungarn die Menschen durchschnittlich zwischen 107 und 113 Dollar pro Jahr für Versicherungen ausgäben, liege die Zahl in Russland nur bei 30 Dollar.

Die Allianz-Aktien lagen gegen Mittag mit 0,12 % im Minus bei 331,40 ?. Der Dax notierte zur gleichen Zeit 0,30 % leichter.

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