Beteiligung bei debitel?
Swisscom will offenbar bei tesion aussteigen

Die Schweizer Swisscom AG will sich offenbar von ihren Anteilen an der Stuttgarter Telefongesellschaft tesion trennen.

dpa-AFX KARLSRUHE/STUTTGART/BERN. Die Schweizer Swisscom AG will sich offenbar von ihren Anteilen an der Stuttgarter Telefongesellschaft tesion trennen. Die Sprecherin von Swisscom, Renate Cosby, sagte der dpa am Donnerstag, es gebe derzeit Gespräche mit dem zweiten Anteilseigner von tesion, der Energie Baden-Württemberg, EnBW /Karlsruhe. Beide Unternehmen sind derzeit zu je 50 % Eigentümer der tesion Communikationsnetze Südwest GmbH & Co.KG. Im Umfeld der Unternehmen werden Berichte über einen bevorstehenden Ausstieg von Swisscom bei tesion als "nicht falsch" kommentiert.

Zurzeit gibt es von den drei Firmen allerdings keine offizielle Bestätigung darüber, dass Swisscom ihre Anteile an die EnBW abgibt. Kein Geheimnis ist jedoch, dass zunehmend Sand ins Getriebe der internen Abstimmungen unter den Anteilseignern gekommen war. EnBW-Sprecher Klaus Wertel sagte: "Es gibt seit einem Jahr Gespräche, wie man die internen Abläufe optimieren kann." tesion müsse flexibel bleiben. "In einem Markt, der sich so rasant entwickelt, sind klare Strukturen von Vorteil." Auch tesion-Sprecherin Elke Edelkott betonte: "Es ist immer schwieriger, sich bei Anteilen von 50 zu 50 mit den Eignern über eine Geschäftsstrategie zu einigen."

Die Spekulationen über eine neue Eigentümer-Struktur bei tesion fällt in eine Zeit, in der das Unternehmen seine Umsatzerwartungen für das laufende Jahr reduziert. Ursprünglich sei tesion von einer Verdoppelung des Erlöses auf 200 Mill. DM ausgegangen, sagte Edelkott. Nun rechne die Firma eher mit einem Umsatz von etwa 160 Mill. DM. Die Fertigstellung des eigenen, bundesweiten Glasfaser-Netzes verzögere sich von diesen Sommer auf September. "Wir können die Bauarbeiten nicht beeinflussen", sagt Edelkott. "Da kann es zu Einbußen kommen."

tesion plant in diesem Jahr nach eigenen Angaben Investitionen von 200 Mill. DM in das Glasfaser-Netz und in neue Technologien. Die Zahl der Mitarbeiter soll von derzeit 380 auf 450 zum Ende des Jahres aufgestockt werden. "Wir sind weiter ein expandierendes Unternehmen", betonte Edelkott. Sie befürchte, die Spekulationen über einen Ausstieg von Swisscom könnten zu "Verunsicherungen" führen.

Die Swisscom AG wies gegenüber dpa Berichte zurück, sie denke auch über ihre Beteiligung bei der Stuttgarter Telefongesellschaft debitel AG nach. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte berichtet, Swisscom wolle ihren Anteil an debitel von 74 % auf 50 % plus eine Aktie reduzieren. "Davon höre ich zum ersten Mal", sagte Cosby. Allerdings sei Swisscom derzeit auf der Suche nach Partnern, die die neuen Mobilfunk-Lizenzen ersteigerten. Ein Weg, um dies zu finanzieren, sei eine Zusammenlegung der Mobilfunk-Aktivitäten von Swisscom und debitel, sagte Cosby.

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