Beteiligung bevorzugt
Kirch-Gruppe will bei Formel 1 am Steuer bleiben

Die Kirch-Gruppe will das Steuer bei der Formel 1 trotz ihrer Finanzprobleme nicht aus der Hand geben. "Wir bevorzugen die Beteiligung von Investoren, vor allem von Autoherstellern", bekräftigte ein Sprecher der Kirch-Gruppe am Dienstag in München.

dpa MÜNCHEN/MADRID. Auch Kirch-Geschäftsführer Dieter Hahn hatte erklärt, ein Verkauf der Mehrheit an den Formel 1-Rechten wäre für die Gruppe nur die letzte Alternative. Angesichts des Schuldenbergs von 6,5 Mrd. Euro war aber immer wieder spekuliert worden, dass sich Kirch auch von der Formel 1 trennen wird. Nach Einschätzung von Branchenkennern werden die Autohersteller sich auf dem Autosalon in Genf weiter um eine Lösung bemühen.

Hingegen kommt die Gruppe beim Verkauf ihrer Beteiligung am spanischen Fernsehsender Telecinco voran. Die Madrider TV- Gesellschaft will von Kirch einen Anteil von 10 % zurückkaufen. Dies bestätigte am Dienstag ein Sprecher von Telecinco in der spanischen Hauptstadt. Danach sollen die Aktionäre des Senders am 20. März auf einer Vollversammlung über den Kauf entscheiden. Es sei zu erwarten, dass die Anteilseigner diesem Plan zustimmten, sagte der Sprecher.

Für ihren 25-prozentigen Anteil an Telecinco will die Kirch-Gruppe früheren Medienberichten zufolge gut 500 Mill. Euro verlangen. Die Gespräche über den Verkauf der Anteile dauern bereits seit einigen Monaten. Durch die Einnahmen könnte die KirchGruppe zumindest einen Teil ihrer Schulden begleichen.

Auch die italienische Banca di Roma ist angeblich daran interessiert, der Kirch-Gruppe einen Teil der Telecinco-Anteile abzukaufen und damit dem italienischen Medienkonzern Mediaset des Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi die Mehrheit an Telecinco zu sichern. Die Banca di Roma will italienischen Medienberichten zufolge ein oder zwei Prozent der Anteile kaufen.

Auf der Verkaufsliste der Kirch-Gruppe steht außerdem die 40- prozentige Beteiligung am Axel Springer Verlag. Die Hypo-Vereinsbank hatte dafür rund 1,1 Milliarde Euro geboten. Für den verlustreichen Bezahlsender Premiere, der als Hauptursache für die finanzielle Schieflage der Gruppe gilt, sucht die KirchGruppe Partner.

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