Beteiligung soll nicht unter 60 Prozent sinken.
Röchling will Großaktionär bei Rheinmetall bleiben

dpa MANNHEIM. Der Rheinmetall-Großaktionär Röchling hat andauernden Spekulationen über einen möglichen Verkauf seiner Anteile an dem Düsseldorfer Mischkonzern widersprochen. Die Röchling-Familie stehe nach wie vor fest zu Rheinmetall und betrachte ihre Mehrheitsbeteiligung als "maßgebliches industrielles Engagement", sagte am Montag Werner Engelhardt, Geschäftsführer der beiden familieneigenen Röchling-Holdings und Aufsichtsratschef bei Rheinmetall. Die Röchling Industrie Verwaltung GmbH hält 66 Prozent der Rheinmetall-Anteile.

"Wir wollen diese deutliche Mehrheit behalten", sagte Engelhardt. Die Beteiligung solle "auf keinen Fall" unter 60 Prozent sinken. Im Rheinmetall-Vorstand und Aufsichtsrat hatte es in den vergangenen Monaten personelle Turbulenzen gegeben. Zudem schrieb der in den Bereichen Rüstung, Elektronik und Automobiltechnik tätige Düsseldorfer Konzern 1999 zwölf Mill. DM Verlust.

Im Jahr 2000 soll Rheinmetall wieder 200 Mill. Gewinn machen



Rheinmetall

-Aufsichtsratschef Klaus Greinert ging Ende 1999, nachdem es geheißen hatte, dass er die Rheinmetall-Anteile der Röchlings abstoßen wolle. Greinerts Nachfolger auf dem Chefsessel des Aufsichtsrats wurde der langjährige Vorstandschef Hans Brauner. Dieser ging nach weniger als drei Monaten und wurde im April durch Engelhardt ersetzt. Im laufenden Jahr solle Rheinmetall wieder rund 200 Mill. DM Gewinn machen, sagte Engelhardt.

Nach dem geplatzten Verkauf der Rheinmetall-Tochter Jagenberg an die Zwickauer Sachsenring Automobiltechnik wird es nun möglicherweise zu einer Zerschlagung des Maschinenbauers kommen. "Wir verhandeln mit einer ganzen Reihe strategischer Investoren in In- und Ausland", sagte Engelhardt. Denkbar sei eine Aufspaltung in die zwei Bereiche Papier- und Folientechnik. Bereits im vergangenen Jahr war der Jagenberg-Bereich Verpackungstechnik an die Karlsruher IWKA AG verkauft worden. Jagenberg erzielte 1999 mit etwa 3 400 Mitarbeitern einen Umsatz von 920 Mill. DM.

Gewinn der Röchling-Gruppe sank 1999 durch die Probleme bei Rheinmetall



Die aus einer ehemaligen Stahldynastie hervor gegangene Röchling- Gruppe umfasst neben der Röchling Industrie Verwaltung mit der Hauptbeteiligung Rheinmetall noch eine zweite Holding - die Gebrüder Röchling mit der Telekommunikationsfirma DeTeWe und mehreren anderen Mittelständlern. Wegen der Probleme bei Rheinmetall sank der Gewinn der Röchling-Gruppe 1999 dramatisch von 302 Mill. DM auf 14 Mill. DM. Der Umsatz der Gruppe soll von den 11,68 Mrd. DM 1999 auf über zwölf Mrd. DM steigen. Insgesamt waren bei den Röchling-Firmen Ende 1999 rund 44 690 Menschen beschäftigt, rund 4 170 mehr als zum Vorjahreszeitpunkt.

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